Stets auf Überraschungen gefasst

+
Heimatverbundener Filmfestival-Organisator: Gregor Maria Schubert

Frankfurt - Wenn es in der Freitagsküche im Atelier Frankfurt hoch herging und die Leute sich vor der Bar drängelten, stand Gregor Maria Schubert immer wie ein Turm in der Schlacht hinter der Theke. Das lag nicht nur an seiner Größe. Von Volker Mazassek

Der Mitorganisator der wöchentlichen Veranstaltung zwischen Kunst und Küche ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn es vor ihm noch so wogte. Eine Fähigkeit, die ihm bei einem weiteren Projekt zugute kommt, das mindestens ebenso starke Nerven erfordert. Seit fünf Jahren leitet Schubert das Lichter Filmfest Frankfurt/Rhein-Main, und da ist stets mit Überraschungen zu rechnen. Diesmal etwa musste das Kino Metropolis wegen Brandschutzmängeln wochenlang geschlossen werden. Erst zehn Tage vor Festival-Beginn war klar, dass im wichtigsten Vorführort des Festivals wieder Filme gezeigt werden können.

Das Aufatmen war groß. Verglichen mit der Freitagsküche herrsche bei der Organisation des Filmfests doch eine „ganz andere Spannung“, sagt Schubert. Monatelang wird daraufhin gearbeitet, dass an den sechs Festivaltagen vom 27. März bis 1. April möglichst alles klappt. Der 41-Jährige verfügt mittlerweile über eine gewisse Routine, aber Unvorhergesehenes - siehe Metropolis - ist natürlich immer drin. Das Festival firmiert dieses Jahr erstmals unter dem Titel Lichter Filmfest Frankfurt International, behält aber seine regionale Ausrichtung bei (siehe nebenstehenden Bericht). Was auch an Schuberts Vita liegt. Geboren und aufgewachsen in Rüsselsheim, studierte er an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach Visuelle Kommunikation und lebt seit vielen Jahren in Frankfurt. Nach dem Studium wollte er Regisseur werden, doch diesen Traum musste er aufgeben. Im hart umkämpften Filmgeschäft rangeln zu viele Leute um die begrenzten Fördermittel. Er hätte wohl nach Berlin gehen müssen, sagt Schubert. Aber das wollte er nicht. „Ich bin heimatverbunden."

Mehr Beachtung für das regionale Filmgeschehen

Also wechselte er die Seiten. Statt Filme zu drehen, zeigt er welche – aus der Überzeugung heraus, dass das regionale Filmgeschehen nicht genug Beachtung findet. Beispiel Pixomondo. Die Frankfurter Firma bekam dieses Jahr einen Oscar für die visuellen Effekte in Martin Scorseses „Hugo Cabret“. Bei Lichter wird „The Making Of Hugo Cabret“ laufen, außerdem hält der Pixomondo-Geschäftsführer einen Vortrag. Außerdem im Programm: Dokumentationen und Spielfilme, die in der Region spielen oder/ und von hessischen Regisseuren stammen. Das Programm kommt an. Im vergangenen Jahr zählte man 7000 Besucher.

Trotz des Erfolgs fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Unternehmen und andere potenzielle Sponsoren seien „zurückhaltend“, bedauert Schubert. Weitere Ideen hätte er genug, etwa „Filme in 20 Sälen der Region gleichzeitig zu zeigen“ und so das Festival in die Region zu tragen. Wenn Schubert mal nicht in Sachen Film unterwegs ist, schaut er sich in der hessischen Musikszene um. Bei der hr-Welle „youfm“ betreut er das Format „Soundcheck“. Passt das alles zusammen? Schubert findet schon. Was alles verbinde, sei sein Wunsch, „die Stadt mitgestalten zu wollen“.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare