34-Jähriger nach tödlichem Messerstich in U-Haft

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Vier Tage nach den tödlichen Messerstichen auf einen 21-jährigen Nigerianer im Frankfurter Bahnhofsviertel sitzt der mutmaßliche Täter in U-Haft.

Frankfurt/Main - Vier Tage nach den tödlichen Messerstichen auf einen 21-jährigen Nigerianer im Frankfurter Bahnhofsviertel sitzt der mutmaßliche Täter in U-Haft.

Der 34 Jahre alte Eritreer wurde am Freitag wegen Totschlags-Verdacht in U-Haft genommen, wie die Staatsanwaltschaft berichtete. Er war am Donnerstagabend in seiner Wohnung in Dreieich festgenommen worden.

Sein 26 Jahre alter Begleiter und Landsmann wurde am selben Abend in seiner Frankfurter Wohnung festgenommen, nach der Vernehmung aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Opfer hatte am frühen Sonntagmorgen zwei Frauen helfen wollen, die von den beiden Männern vor einem Salsa-Club belästigt worden waren.

Der Täter sagt es sei Notwehr gewesen

Die beiden Eritreer sollen die 29 und 43 Jahre alten Frauen beleidigt und sie sowie den Nigerianer bespuckt haben. Dadurch kam es den Ermittlungen zufolge zu einem Handgemenge zwischen den drei Männern, in dessen Verlauf der Nigerianer mit einem Stich ins Herz getötet wurde.

Der 34-Jährige habe gestanden, zugestochen zu haben, berufe sich aber auf Notwehr. Die Staatsanwaltschaft nimmt dagegen Vorsatz an. Der Nigerianer, ein Frankfurter Azubi, war wenige Stunden nach der Tat im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der Hinweis eines Anrufers hatte die Ermittler zunächst auf die Spur des 26-Jährigen Eritreers und über diesen auf den mutmaßlichen Täter gebracht.

Beerdigung am 17.Mai in Langen

Die Fahndung mit zwei Phantombildern brachte dagegen keine heiße Spur. Der stellvertretende Frankfurter SPD-Chef Eugen Emmerling forderte in einem Brief an Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), den Nigerianer posthum mit der Verleihung einer Bürgermedaille für seine Zivilcourage zu ehren. „Er hat auf einer Frankfurter Straße mit seinem Leben dafür bezahlt, dass er mutig einen Streit schlichten wollte“, schreibt Emmerling. „ Emeka Okoronkwo hat ein Zeichen “gegen die Unkultur des Wegschauens in Notlagen“ gesetzt.“

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Es sei tragisch, „dass immer wieder Menschen, die Prävention ernst nehmen, mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen (...) Das gilt für Emeka Okoronkwo in Frankfurt ebenso wie für Dominik Brunner in München“, schreibt Emmerling in Anspielung auf den Manager, der sich im September 2009 schützend vor bedrohte Kinder gestellt hatte und deswegen ums Leben kam. Der 21-Jährige soll am 17. Mai in Langen beerdigt werden. Dort lebt die Mutter des 21-Jährigen.

dpa

Quelle: op-online.de

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