Offenbach in Warteschleife

Öffentliches WLAN für Frankfurt kommt

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Offenbach - Aufholjagd bei WLAN: Andere Großstädte haben es längst, jetzt will es auch Frankfurt. Wie Barbara Brehler-Wald, Sprecherin des IT-Stadtrats Jan Schneider (CDU) erklärte, wird die Stadt in bestimmten Innenstadtbereichen den Aufbau von WLAN-Netzen einleiten. Von Michael Eschenauer

Da dies laut einem Beschluss der Stadtverordneten aber keine Kosten für die Stadt verursachen darf, wird die Sache komplizierter. „Wir werden im Zuge der gerade laufenden neuen Ausschreibung der Außenwerbeverträge festlegen, dass die Vertragspartner WLAN-Technik an bestimmten Tafeln vorhalten müssen“, so Brehler-Wald. In Frage kommen elektrifizierte Großwerbetafeln, die ohnehin eine Stromversorgung benötigen. Frankfurt hatte kürzlich den Vertrag mit der Firma Ströher beendet. Da auch Unternehmen kein Geld zu verschenken haben, Technik und Datenvolumen aber kostspielig sind, müsste man ihnen die Möglichkeit einräumen, über die Hotspots Werbung einzublenden.

Ob die Aufgabe am Ende tatsächlich von den Außenwerbern übernommen wird, ist noch nicht sicher. Auch die Telekom, so die Sprecherin, halte viel Infrastruktur durch ihre Telefonsäulen bereit. „Wir führen derzeit Gespräche“, so Brehler-Wald. Als Partner bei der Internetversorgung des Straßenraumes kommen auch große Internet- und Mobilfunkanbieter in Frage. Es gehe nicht darum, ob WLAN angeboten werde, sondern nur noch um das Wie und das Wann. Ende des Jahres werde ein Grundkonzept vorliegen.

Auch Darmstadt und Wiesbaden arbeiten an Modellen für einen freien Zugang zum Internet in der Innenstadt. In Hamburg läuft die Sache: Dort ist das freie Surfen auf zwei Stunden limitiert. Danach kostet der Spaß Geld. Frankfurt müsste also schleunigst nachziehen. Immerhin bezeichnet man sich stets als „Internet-Hauptstadt“.

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Offenbach erhält nach Auskunft von Pressesprecher Fabian El Cheikh immer wieder Anfragen von Firmen, die WLAN für öffentliche Zonen aufbauen wollen: „Es läuft aber darauf hinaus, dass die Stadt als Betreiber auftreten müsste.“ Er erwähnt zwei Hindernisse: Erstens habe man kein Geld, zweitens sei nicht nur im Falle Offenbachs die Haftung ungeklärt, wenn das städtische WLAN-Netz für illegale Aktivitäten genutzt würde. Auch in Offenbach laufe derzeit die neue Ausschreibung von Außenwerbeflächen. „WLAN aber ist dabei kein Thema.“

Medienberichten zufolge will das Bundeskabinett in Kürze einen Gesetzentwurf beschließen, mit dem zumindest die gesetzlichen Haftungsregelungen für frei zugängliche WLAN-Netzwerke in Gaststätten, Hotels oder Flughäfen gelockert werden.

Quelle: op-online.de

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