Zusammenlegung

Frankfurt: Polizei macht Reviere dicht – Standorte zweier Stadtteile nicht mehr zeitgemäß

Die Polizei Frankfurt verspricht nach der Zusammenlegung 50 Prozent mehr Präsenz auf den Straßen.
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Die Polizei Frankfurt verspricht nach der Zusammenlegung 50 Prozent mehr Präsenz auf den Straßen.

Die Polizei legt in Frankfurt Reviere zusammen und verspricht sich davon mehr Präsenz auf den Straßen – 2017 hatte eine ähnliche Maßnahme Skepsis ausgelöst.

  • Noch 2020 sollen in Frankfurt die Polizeireviere in Fechenheim und im östlichen Nordend geschlossen werden.
  • Die betroffenen Polizei-Gebäude genügen modernen Ansprüchen nicht mehr.
  • Die Polizei verspricht sich davon mehr Präsenz in der Stadt.

Frankfurt - Die Frankfurter Polizei gibt weitere Standorte in der Stadt auf. Noch in diesem Jahr sollen die Polizeireviere in Fechenheim und im östlichen Nordend geschlossen werden. Die Gebäude, in denen das 2. Revier in der Mercatorstraße und das 7. Revier in der Pfortenstraße untergebracht sind, genügten modernen Ansprüchen nicht mehr, teilte die Polizei am Mittwoch mit. In Fechenheim werde in dem Gebäude aber zumindest tagsüber ein Polizeiposten als Ansprechpartner für die Bürger vor Ort bleiben.

Das 2. Revier soll, wie schon das 3. Revier, ins Polizeipräsidium an der Adickesallee verlegt werden, das 7. Revier soll beim 18. Revier im Florianweg in Bergen-Enkheim unterkommen. Damit wächst der Einsatzbereich der Polizisten im Florianweg von derzeit 14 auf 21 Quadratkilometer. Das 3. Revier im Polizeipräsidium wird dann für etwa 60 000 Menschen im Nordend und dem nördlichen Westend zuständig sein.

Polizei in Frankfurt macht Reviere dicht: Bald drei statt zwei Streifenwagen auf den Straßen

Die Polizei verspricht nach der Zusammenlegung 50 Prozent mehr Präsenz auf den Straßen in den Revierbereichen, da etwa Wachdienste auf den Revieren wegfallen. Durch diese „Personalfreisetzungen“ sollen demnächst jeweils drei statt wie bisher zwei Streifenwagen auf den Straßen der Reviere unterwegs sein. In den Revieren selbst dürften sich die Beamten, die umziehen, zudem auf ein zeitgemäßeres Arbeitsumfeld freuen.

Überlegungen, Reviere in Frankfurt zusammenzulegen, sind nicht neu. Bereits 2005 hatte der damalige Innenminister Volker Bouffier (CDU) die Idee ins Gespräch gebracht, um für mehr Polizeipräsenz auf den Straßen zu sorgen. Seinerzeit hatten die Bürger in Bornheim, Griesheim und Fechenheim Unterschriften gegen mögliche Schließungen gesammelt. Dem Ortsbeirat 11, zu dem Fechenheim gehört, war das Konzept am Montag im Präsidium vorgestellt worden. Ortsvorsteher Werner Skypalle (SPD) steht dem Projekt seitdem „erst mal positiv“ gegenüber. „Gegen das Konzept gibt es keine Ablehnung, wenn ein Polizeiposten vor Ort bleibt.“ Eine gewisse Skepsis gebe es aber, ob dann wirklich mehr Polizei auf der Straße sei.

Polizei in Frankfurt macht Reviere dicht: Schon 2017 gab es Skepsis

Diese Skepsis gab es auch am Frankfurter Berg, als das 15. Revier im Wickenweg 2017 geschlossen wurde*. Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) gibt aber Entwarnung. „Wir hatten anfangs Bedenken, aber die Erfahrungen sind sehr positiv.“

Entwarnung gibt es auch, was mögliche weitere Schließungen von Frankfurter Revieren angeht. Solche seien genauso wenig geplant wie Personalkürzungen, hieß es aus dem Innenministerium.

Von Oliver Teutsch

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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