Premiere von "Holiday on Ice" in der Festhalle

Eher lauwarm als eisig

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Liebe auf zwei Kufen: Holiday on Ice.

Frankfurt - Wer den Traum hat, einmal als Teil von Holiday on Ice aufzutreten, der muss viele Hürden überwinden und darf den Glauben an sich nicht verlieren. Von Sonja Achenbach

Das zeigt die neue Show von Holiday on Ice mit dem Titel „Passion“ (Leidenschaft) am Beispiel der Lebensgeschichten ihrer Eiskunstlaufstars. Wie immer sind große Namen Teil der Show: Unter ihnen die fünffache deutsche Meisterin Annette Dytrt, die beiden Olympia-Teilnehmer von Sotschi, Pernelle Carron und Lloyd Jones, sowie der aus Russland stammende Aleksandr Zaboev.

„Passion“ wird als noch nie dagewesener Blick hinter die Kulissen der Traditionsshow angekündigt und irritiert in der Umsetzung doch eher. Klar, die Kostüme sind beeindruckend aufwendig gestaltet, die Choreografie ist mitreißend. Doch aus wild zusammengewürfelten Lebensgeschichten ergibt sich noch kein roter Faden für die Geschichte. Die Show wirkt doch eher wie ein unvollständiges Puzzle. Gute Ansätze werden viel zu oft im nächsten Augenblick wieder zerschlagen.

Holiday on Ice in der Frankfurter Festhalle

Holiday on Ice in der Frankfurter Festhalle

Dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, die Lebensgeschichte der Stars zum Thema zu machen – zwei Ansätze, die neugierig machen. Regisseur und Ex-Chippendale Bart Doerfler scheitert jedoch daran, die Geschichte zu einer Einheit zu formen. Auffällig ist die Reaktion des Publikums. Szenen wie der Einstieg nach der Pause werden gefeiert. Kein Wunder: Die Sportler tragen orientalische Gewänder und gleiten bei warmer Beleuchtung und entsprechender musikalischer Begleitung übers Eis. Endlich passt alles zusammen.

Nur eine Szene später wieder Stirnrunzeln bei vielen Zuschauern: Im Selbstgespräch erzählen die Sportler von Meilensteinen und Problemen ihrer Laufbahn. Dazu werden im Hintergrund Fragen wie „Who am I?“ eingeblendet, was in der Übersetzung „Wer bin ich?“ heißt. So mancher Zuschauer mag sich an die mahnenden Worte der Großeltern erinnern, wenn einer der Stars bedeutungsschwer proklamiert: „Egal, wer dir sagt, du seiest zu schlecht oder könntest es nicht schaffen. Wenn du mit Leidenschaft bei der Sache bist, dann kannst du alles schaffen.“

Älteres Publikum

Die Großeltern stellten bei der Premiere am Dienstagabend augenscheinlich auch die Mehrheit des Publikums. Einige hatten Kinder und Enkel mit dabei. Viele Sitzplätze blieben frei. Daran konnte auch die Ankündigung, dass der italienische Sänger Giovanni Zarrella mit seiner neuen Band „Vintage Vegas“ Teil der Show ist, nichts ändern.

Bis Sonntag, 18. Januar gastiert die Show noch in der Frankfurter Festhalle. Dann ziehen die Künstler weiter. Insgesamt macht das Ensemble auf der neuen Tour in 13 deutschen Städten Halt. Tickets und Infos zur Show gibt es unter holidayonice.de oder unter 01805/4414.

Quelle: op-online.de

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