Hunderttausende Besucher erwartet

Frankfurt profitiert von der IAA

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Frankfurt - Hunderttausende Besucher aus aller Welt kommen nach Frankfurt, um die Neuheiten der glitzernden Autowelt zu bewundern. Davon profitiert auch die Messestadt. Hotels und Handel hoffen auf ein gutes Geschäft.

Nahezu eine Million Besucher und die versammelte Autobranche der Welt: Die Messestadt Frankfurt und sämtliche Verkehrsadern sind zur IAA fast zwei Wochen lang rappelvoll. Hotels, Handel, Gastronomie, Taxis und das Rotlicht-Milieu freuen sich auf höhere Umsätze. Allerdings gibt es beim Profit große Unterschiede - je nach Lage der Geschäfte und Lokale sowie je nach Messetag, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in der fünftgrößten deutschen Stadt ergab. „Nach den Presse- und Fachbesuchertagen wird Frankfurt während der IAA voll, aber nicht überlastet sein“, sagte Petra Winter von der Tourismus und Congress GmbH.

Die Polizei rät Autofans, möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und warnt vor Taschendieben, die gerade das dichte Gedränge suchten und ausnutzten. Ein bezahlbares Zimmer während der IAA zu finden, ist längst nicht mehr so schwer wie noch vor rund zehn Jahren, heißt es in der Hotelbranche. Viele Besucher kämen nur einen Tag oder am Wochenende nach Frankfurt. „Die Pressetage vor Messebeginn, also vom 14. bis 16. September, sind für uns am wichtigsten“, sagte der Vorsitzende der Dehoga Frankfurt, Eduard M. Singer, zugleich Generaldirektor des Grandhotels Hessischer Hof. „Dann sind die Frankfurter Hotels zu 95 Prozent ausgebucht.“

Ein Blick in die Internet-Buchungsportale zeige jedoch, dass selbst an diesen Tagen noch rund 60 Hotels Zimmer im Angebot hätten, darunter auch Einzelzimmer zwischen 119 und 190 Euro. Bei 185 Hotels in Frankfurt sei der Verdrängungswettbewerb enorm. Am ersten Fachbesuchertag sei das preiswerteste Doppelzimmer sogar für unter 100 Euro zu haben. „Es gibt natürlich auch Zimmer, die bis 700 oder 800 Euro hochgehen. Die Auswahl ist gut“, betonte Singer. Autoliebhaber, die an den Publikumstagen vom 19. bis 27. September mit dem eigenen Wagen nach Frankfurt kommen, müssen sich auf den Autobahnen und in der Innenstadt auf Staus gefasst machen. „Das ist ein Vielfaches des Verkehrs, der sonst auf die Stadt zukommt“, sagte Polizeisprecher André Sturmeit. „Die Autofreunde kommen ja aus ganz Europa mit dem Wagen.“ Messebesucher sollten möglichst auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. „Busse und Bahnen werden zwar auch voll sein, aber man kommt voran.“

Autofahrer sollten sich unbedingt an die Beschilderung halten. „Mancher fährt immer noch mit dem Auto vor die Festhalle vor, statt auf die ausgeschilderten Parkplätze.“ „Das Parkhaus und die Parkplätze sind an den Besuchertagen rappelvoll“, sagte Sturmeit. Das Messeparkhaus fasst nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ rund 5000 Autos. An den Fachbesuchertagen sei mit 5500 bis 6400 Autos zu rechnen, an den Publikumstagen mit 6000 bis 9000, daher werde zusätzlich ein Parkplatz an der Messe eingerichtet. Für die am Wochenende bis zu 11.000 erwarteten Fahrzeuge komme noch ein Platz in Eschborn bei Frankfurt dazu. Der Handel freut sich auf die vielen Menschen und ihr Konsumwünsche. „Alle große Messen bringen Umsatz“, sagte Joachim Stoll vom Handelsverband Hessen-Süd. Dies gelte allerdings nur für die guten Lagen wie die Einkaufsstraße Zeil und die noble Goethestraße.

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„Wir gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen steigen“, heißt es beim Verein Neue Zeil. Eine Prognose geben die Händler aber nicht ab. Einen verkaufsoffenen Sonntag gibt es während der IAA diesmal auch, allerdings nur in den Stadtteilen und nicht in der City. Nicht nur Restaurants und Kneipen, sondern auch die Rotlicht-Betriebe erwarten während der IAA einen besonderen Zulauf, wie Branchenkenner berichten.

Zahlen dazu nennen sie aber nicht. Die Taxibranche freut sich nach einem tiefen Sommerloch vor allem auf die Presse- und Fachbesuchertage. „Dann haben wir Hochkonjunktur“, sagte der Vorsitzende der Taxi-Vereinigung Frankfurt, Hans-Peter Kratz. Danach verstopften die Besucher, die mal hier und da schauten, nur mit ihren Autos die Straßen. „Aber es bleiben uns dann immer noch die, die mit brennenden und wunden Füßen ins Hotel zurück müssen. Die sind fertig, wenn sie da rauskommen.“ (dpa)

Quelle: op-online.de

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