Luxus-Karossen machen Träume wahr

Protz hält sich auf IAA in Grenzen

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Der Lamborghini Squadro Corse.

Frankfurt - Ob nun Elektroauto oder pfiffiger Kleinwagen mit großer elektronischer Assistenz - unter all den Vernunft bezeugenden Neuerscheinungen in den Messehallen behaupten sie ihren Status eines besonders wertvollen automobilen Adels: In Oasen der Ruhe thronen die Luxuskarossen. Von Klaus Ackermann

Sie sind immun gegen Modisches und Konjunktur-Schwankungen, weil sie trotz Preisen, für die auch ein Eigenheim zu erwerben wäre, nach wie vor gefragt sind. Vor allem im nahen und ganz fernen Osten, wo man derlei aus der Kaffee-Kasse bezahlt.

Solch Klientel zu locken, bedarf dann schon raffinierterer Reize, wie sie der The Celestial Phantom von Rolls Royce bietet, von klassisch-nobler Anmutung und technisch auf der Höhe der Zeit. Das Sondermodell zum Zehnjährigen unter BMW-Regie repräsentiert nicht nur mit der geflügelten Kühlerfigur Spirit of Extasy, sondern hat im Inneren auch einen echten Sternenhimmel, wie er am 1. Januar 2003 in Westsussex zu sehen war, als die Bayern in Goodwood ihr Rolls-Royce-Werk weihten. Das kann man schließlich auch von einer Limousine verlangen, die mit über 250.000 Euro zu Buche schlägt.

Dagegen setzt Lamborghini den Squadro Corse, eine dem Rennsport abgeschaute ungemein schnittige Straßenversion des Gallardo. Wer locker die 191.100 Euro hinblättern will, sollte sich sputen. Denn vom starken Gallardo-Pendant (V10-Motor mit 570 PS und Allradantrieb) werden nur 50 Exemplare aufgelegt. Den Sprint auf Tempo 100 schafft der Corse in 3,4 Sekunden. Um diese automobile Rakete zu beherrschen, sollte man freilich mindestens eine der angebotenen „Lamborghini Academies“ besuchen.

Da will denn auch der französische Luxus-Hersteller Bugatti nicht hintanstehen, der den Grand Sport Vitesse „Jean Bugatti“ zur Debatte stellt, ein rundlicher Renner mit den Augen einer Raubkatze, innen mit allerfeinstem Leder ausgestattet, noch getoppt von einem Wählhebel aus Rosenholz. 880 PS leistet der Achtliter-Motor, die schwer zu überleben sind. 2,28 Millionen Euro kostet dieses automobile Wunderwerk. Deshalb werden auch nur drei Fahrzeuge produziert...

IAA in Frankfurt: Die besten Bilder

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Bescheidener nimmt sich dagegen der noble Klassiker Bentley New Flying Spur aus, in dem Fond-Passagiere ruhen wie in Abrahams Schoß. Eine feine Sport-Limousine mit 6,0-Liter-Motor, der 460 PS leistet und eine Spitze von 322 km/h erreicht – sicher etwas zu viel für die Autobahn A3. Auch in Sachen Akustik und Elektronik hat dieser Bentley den Geist der Zeit. Schnell unterwegs ist zudem der neue V12 Vantage S von Aston Martin, ein geschmackvoll gestyltes Coupé mit 6-Liter-Front-Mittelmotor aus Alu, der 537 PS leistet und sogar eine Spitze von 328 km/h schafft. Exakt kalkuliert ist der Preis von 207 805,67 Euro, allein die monatliche Leasing-Rate beträgt 2099 Euro – nichts für Rentner, allenfalls für Rentiers.

Quelle: op-online.de

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