Vor allem kleinere Betriebe schaffen Stellen

Rhein-Main ist ein Jobmotor

Frankfurt - Die Zahl der Jobs im Rhein-Main-Gebiet wird in den nächsten Jahren ansteigen. Dennoch sprechen Experten von einer verfestigten Sockelarbeitslosigkeit. Von Marc Kuhn 

Rosige Aussichten für die Beschäftigung im Rhein-Main-Gebiet: Von einer positiven Entwicklung in den nächsten zwei Jahren spricht Oliver Nüchter vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt. Nach Angaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2014 mehr als 2,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet. Das ist der höchste Stand seit 1987.

Für das Rhein-Main-Gebiet ist in diesem Jahr mit einer Zunahme von Arbeitsplätzen um 1,2 Prozent zu rechnen, erklärte Nüchter bei der Vorstellung einer IWAK-Betriebsbefragung gestern. Das sei ein Anstieg von etwa 24.500 Beschäftigten. Stärker anwachsen werde die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 1,4 Prozent. Die Region Rhein-Main wird sich allerdings etwas schlechter entwickeln als das Land Hessen, für das ein Zuwachs von 1,6 Prozent erwartet wird. Für 2016 rechnen die Betriebe mit einem Anstieg der Gesamtbeschäftigung von zwei Prozent oder 44.000 Stellen.

Die kleineren Betriebe, in denen rund 37 Prozent der Beschäftigten arbeiten, sind nach den Worten von Nüchter der Jobmotor in der Region. Betriebe mit ein bis neun Beschäftigten würden 3,4 Prozent der Arbeitsplätze schaffen. In kleineren Unternehmen (zehn bis 49 Beschäftigte) und den mittelgroßen Betrieben (50 bis 249 Beschäftigte) wird mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent gerechnet, der bis Ende 2016 noch deutlicher ausfallen wird. In großen Betrieben wird die Zahl der Beschäftigten dagegen 2015 unverändert bleiben. Bis Ende 2016 rechnen die Firmen sogar mit einem leichten Rückgang der Arbeitsplätze.

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Insbesondere in den Segmenten Information und Kommunikation sowie bei Dienstleistungen werde mit mehr Stellen gerechnet, erklärte Nüchter. Eine Ausnahme bildet das Gastgewerbe, das als einzige Branche 2015 von weniger Jobs ausgehe. Bei der Entwicklung bis Ende 2016 zeigen sich die Betriebe noch zuversichtlicher für die Bereiche Information, Kommunikation und Dienstleistungen. Mit rückläufiger Beschäftigung rechnen die Betriebe im Finanzbereich, dem verarbeitenden Gewerbe und der Öffentlichen Verwaltung.

„Die zum Teil neugeschaffenen Stellen werden vor allem mit älteren Arbeitnehmern, Frauen aus der sogenannten stillen Reserve oder Zuwanderern besetzt“, erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. Er sprach von einer verfestigten Sockelarbeitslosigkeit. Ein Großteil der arbeitslosen Menschen habe keine Ausbildung oder Schulabschluss.

Quelle: op-online.de

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