Rilke-Gala mit der Neuen Philharmonie

Multimediales Lyrik-Erlebnis

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Die Macher des „Rilke Projekts“, Angelica Fleer und Richard Schönherz, freuen sich mit Hannelore Hoger auf die Gala.

Frankfurt - 1998 hatten Angelica Fleer und Richard Schönherz eine Vision. Die Lyrik ihres geliebten Dichters Rainer Maria Rilke mit Musik in eine neue Dimension zu tragen. Es war die Geburtsstunde des „Rilke Projekts“. Von Detlef Kinsler 

Selbst Experten glaubten nicht an einen kommerziellen Erfolg. Aber seit 2001 wurden mehr als 500 000 CDs verkauft. Am 4. Dezember soll es zum 140. Geburtstag Rilkes eine große Gala mit vielen Gästen und Orchester in der Alten Oper geben. Motto: „Dir zu Feier“. Gerade ist ein neues Album in Vorbereitung, das Mitte Oktober erscheinen soll. „Symphonic Rilke“ wird es heißen und ein ganz besonderes „Best of ...“ sein. Mit Orchesterversionen der Lieblingsstücke des Komponistenpaars, das „Rilke Projekt XXL“ sozusagen. Genau so soll es dann auch (eine weitere Tournee ist für 2016 in Planung) live umgesetzt werden. Dafür hat man die in Offenbach ansässige Neue Philharmonie Frankfurt gewinnen können. „Ich habe immer von einem so großen Klangkörper für diese Musik geträumt“, schwärmt Schönherz. Christian Kolonovits wird dirigieren.

Daneben stehen Top-Solisten wie Enrique Ugarte (Akkordeon) und Grammy-Gewinner Paul McCandless (Oboe, Englishhorn) auf der Bühne, die Sänger Max Mutzke und Peter Maffay haben ihr Kommen zugesagt, und von der illustren Schauspielerriege, die über die Jahre im Studio die Gedichte zur Musik rezitierten, sind diesmal Ben Becker, Hannelore Elsner, Robert Stadlober und Nina Hoger dabei. Hoger, dem „Rilke Projekt“ von Anfang an verbunden, erinnert sich noch an ihren ersten Auftritt in der Alten Oper. „Das war ein Schock. Ein so großer Raum“, erzählt sie. „Aber dann war es schön zu beobachten, wie angerührt das Publikum doch war, wie sehr es in die Musik, in die Worte eintauchte. Da scheint es schon ein Bedürfnis zu geben bei den Menschen, gerade in der heutigen Zeit.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

Entschleunigung, Sehnsüchte, Sinnsuche, die Schönheit der Sprache, Rilke kann für so vieles stehen. „Als wir ihn für uns (wieder) entdeckten, wollte ich gar glauben, dass er nicht mehr zeitgemäß sein sollte“, sagt Fleer. Inzwischen gibt es neu aufgelegte Gedichtbände, Rilke taucht wieder öfter in Lehrplänen auf, und Fleer freut sich über Anfragen von Schülern, die das „Rilke Projekt“ bearbeiten. „Es gibt junge Menschen, die schicken sich Rilke-Zeilen per SMS“, weiß Fleer. „Weil es Worte sind, die emotional Schleusen öffnen können.“ Gekrönt werden sie in der Alten Oper von Filmbildern der Weltraumagenturen EUMETSAT und ESA, die Rilkes Idee des „Weltinnenraums“ multimedial verkörpern.

Quelle: op-online.de

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