Schaltanlagenwerk von Siemens

„Das Herzstück des globalen Geschäfts“

Frankfurt - „Wir sind ein Kompetenzzentrum“, sagt Hartmut Hübner. Der Offenbacher leitet das weltweit größte Werk für gasisolierte Mittelspannungsschaltanlagen von Siemens in Fechenheim. Von Marc Kuhn

Es ist Vorbild für die anderen Standorte des Industrieriesen zum Beispiel in China, Indien und Amerika. In Frankfurt wird nicht nur produziert, sondern auch geforscht und entwickelt. Und das seit 30 Jahren. Das Jubiläum wurde gestern in Fechenheim gefeiert. Das Werk sei das Herzstück des globalen Geschäfts, erklärte Martin Betzmann, Chef der weltweiten Produktion von Mittelspannungsanlagen. Sie sind wichtige Komponenten für Stromverteilnetze. Eingesetzt werden die Anlagen beispielsweise in Stadtnetzen und Windkrafträdern. In der Europäischen Zentralbank, am Frankfurter Flughafen und in den sogenannten Trafo-Häuschen in Kommunen sind sie beispielsweise zu finden. Leistungsschalter-Anlagen sorgen dafür, dass bei einem Kurzschluss ein Verteilnetz sofort ausgeschaltet wird - vergleichbar mit dem Sicherungskasten im Haushalt. Lastschalt-Anlagen stellen sicher, dass zum Beispiel Straßenzüge zu - und abgeschaltet werden können - ähnlich wie bei Lichtschaltern im Haushalt.

Etwa 100.000 Schaltanlagen werden im Jahr in Fechenheim hergestellt. Sie werden in mehr als 85 Länder auf der Welt verkauft. Die Exportquote liegt bei 70 Prozent. Eine Schaltanlage kostet zwischen 10.000 und 80.000 Euro, berichtete Hübner, der seit fünf Jahren bei Siemens ist und zuvor 27 Jahre beim Druckmaschinenhersteller „manroland“ in Offenbach gearbeitet hat. Da meist mehrere Komponenten von Kunden bestellt werden, können Projekte bis 2,5 Millionen Euro kosten.

Die Mitarbeiterzahl in Fechenheim hat sich in den vergangenen 30 Jahren auf mehr als 1600 nahezu verdoppelt. Allein in den vergangenen sechs Jahren seien 600 Mitarbeiter eingestellt worden, erläuterte Hübner. Rund 400 Ingenieure und etwa 340 Leiharbeiter seien in Frankfurt beschäftigt. Beim Umweltschutz und der Energieeffizienz gehört das Werk in Fechenheim konzernweit zu den Pionieren. Bis Ende des Jahres werden 1,2 Millionen Euro in ein Blockheizkraftwerk investiert. Damit sollen weitere Einsparungen beim Strom und Gas realisiert werde.

Quelle: op-online.de

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