Stadtentwicklung 2024

Auf dem Siemens-Areal entstehen Tausende Wohnungen

Unten lernen, oben wohnen: So stellen sich die Entwickler des Schönhof-Viertels die neue Grundschule vor. Visualisierung: Ackermann + Raff

2000 Wohnungen werden bis 2024 südlich der Rödelheimer Landstraße gebaut. Noch im September soll der entsprechende Bebauungsplan offen gelegt, im Oktober mit dem Abbruch begonnen werden.

Frankfurt - Im Norden die Rödelheimer Landstraße, im Osten und Süden die Bahngleise sowie im Westen die Ludwig-Landmann-Straße grenzen das 28,5 Hektar große Areal zwischen der City-West und dem Industriehof ein. Wo sich bislang ausschließlich Gewerbe befand, soll in Zukunft gewohnt werden. Im Schönhof-Viertel.

Insgesamt 2500 Wohnungen werden in dem Gebiet gebaut, 2000 davon realisieren gemeinsam die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte (NH) und der börsennotierte Wohnentwickler Instone Real Estate. 125 000 Quadratmeter, rund 70 Prozent des Geländes, haben sie erworben, die Entwürfe stammen von verschiedenen Architekten. "Dieses Vorgehen gewährleistet unterschiedliche Baustile und Handschriften", begründet NH-Geschäftsführer Constantin Westphal diese Entscheidung. Erst jüngst wurden die Planungen für den östlichsten Teil des Plangebietes vergeben - an die Büros "Karl Dudler Architekten" aus Frankfurt sowie "Planquadrat Architekten und Stadtplaner" aus Darmstadt.

Grundschule und Wohnungen in einem Gebäude - Hybrid-Lösung

Es ist das ehemalige Siemens-Areal, das den Mittelpunkt des zu bebauenden Gebietes darstellt. Eine Hybrid-Grundschule - unten wird gelernt, darüber gewohnt - ein Quartiersplatz sowie ein Gebäude mit Wohnungen, Büros und einem Supermarkt sollen einmal das Herzstück des Schönhof-Viertels werden. Zudem sind mehrere Kindertagesstätten und ein Hotel geplant. Der Name des neuen Wohnquartiers ist übrigens historisch bedingt. Der Standort war im 16. Jahrhundert Sitz der Wasserburg Schönhof und später eines gleichnamigen Hofguts.

2024 rechnen die NH und Instone mit der Fertigstellung. "Für die September-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde uns die Offenlegung des Bebauungsplanes zugesagt", sagte Ralf Werner von Instone im Rahmen eines organisierten Nachbarschaftsfestes. "Wir wollen offen sein, für die Menschen, die bereits in der Nachbarschaft leben", sagte er.

Spedition Fermont verlässt das Siemens-Areal

Im Oktober soll bereits mit den Abrissarbeiten begonnen werden, im Sommer nächsten Jahres, spätestens aber im Winter mit dem Bau. Gebaut werden wird dann quasi von West nach Ost. Die Spedition Fermont, die ebenfalls im Planungsgebiet liegt, verlässt das Gelände wohl erst Ende 2021.

Geplant ist auf dem Areal ein Mix aus zu einem Drittel geförderten Wohnungen, frei finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen. Zu den exakten Größen und Preisen könne man aktuell noch nichts sagen, betonte Werner. "Dafür ist es einfach noch zu früh", erklärte er.

Es ist vor allem die gute verkehrliche Infrastruktur, die das Gebiet so attraktiv macht. Fußläufig ist der Westbahnhof erreichbar, ein barrierefreier Weg dorthin ist angedacht. Die Busse halten direkt auf der Rödelheimer Landstraße, zudem prüft die Stadt aktuell den Bau einer S-Bahn-Station. "Das wäre für uns eine wirklich tolle Sache", sagte Constantin Westpahl. Und auch die City-West, die durch eine Unterführung mit dem Schönhof-Viertel verbunden werden soll, würde sicher davon profitieren.

Die Autos werden derweil unter die Erde verbannt, unter allen Häusern sind Tiefgaragen geplant. Mindestens fünf Prozent der Stellplätze würden zudem mit Lademöglichkeiten für Elektroautos vorgesehen. Wenn die Stromstärke in der Straße es zulässt, so Ralf Werner.

red

Für Familien attraktiv

"Es ist gut, wenn ein bislang für die Stadt verschlossenes Gelände nicht nur geöffnet wird, sondern auch einer breiten Bevölkerung zugutekommt. Vor allem Kinder und deren Familien werden sich freuen", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

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