Rekonstruktion von altem Kern

Signal für neue Altstadt

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Das „Stadthaus am Markt“ ist im Rohbau fertig. Obwohl ein Neubau, spielt das aus fünf Gebäudeteilen bestehende Haus eine wichtige Rolle bei der Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt. Es haust den Archäologischen Garten ein und bietet viel Nutzfläche.

Frankfurt - Das „Stadthaus am Markt“ steht - zumindest im Rohbau. Auch wenn das Gebäude, für das gestern Richtfest gefeiert wurde, ein Neubau ist, gilt es als Meilenstein auf dem Weg zum Wiederaufbau der einst im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt. Von Christian Riethmüller

Bis Weihnachten ist es zwar noch einige Zeit hin, doch Architekt Thomas Meurer äußert trotzdem schon einen „vorweihnachtlichen Wunsch“. Ob das „Stadthaus“ nicht einen anderen Namen bekommen könne, fragt er in die Runde der Festgäste, hätten doch all die anderen Gebäude der noch zu rekonstruierenden Altstadt „so schöne, beschreibende Namen: Alter Esslinger, Haus Rebstock, Grüne Linde...“ Meurer, der als verantwortlicher Architekt das Stadthaus plante, hat auch gleich Vorschläge parat: „Man könnte es doch Alter Michel oder Alter Gunter nennen“, spielt er launig auf Michael Guntersdorf, den Geschäftsführer der für das Mammutprojekt Wiederaufbau Altstadt zuständigen DomRömer GmbH an. Guntersdorf bestätigt später im Gespräch mit unserer Zeitung, dass tatsächlich über eine Namensänderung für das „doch sehr neutral klingende Stadthaus am Markt“ nachgedacht wird, doch noch kein markanter Name gefunden sei.

Dafür ist aber noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres Zeit. Im Mai 2015 soll das Stadthaus komplett fertiggestellt und dann auch schon bald zu nutzen sein. 20 Millionen Euro kostet der aus fünf Gebäudeteilen bestehende Bau, über dessen Sinn, Zweck und Gestalt in den vergangenen Jahren ausgiebig in der Stadt gestritten worden ist. Die Kritik an dem längs der Kunsthalle Schirn errichteten Gebäude wird vielleicht nie abreißen, doch erfüllt es eine wichtige Funktion: Es haust den vor dem Dom gelegenen Archäologischen Garten ein und schützt so die bedeutenden Zeugnisse aus römischer, merowingischer, karolingischer und mittelalterlicher Vergangenheit. Der Garten bleibt tagsüber weiter für die Öffentlichkeit zugänglich. Lichtkorridore in der Gebäudehülle sollen die Besichtigung bei Tageslicht ermöglichen.

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Daneben bietet das Stadthaus mit rund 4000 Quadratmetern reichlich Nutzfläche, darunter einen Versammlungssaal, in dem bis zu 150 Personen Platz finden. Die Räume stehen für städtische wie auch für private Veranstaltungen zur Verfügung.

Neben diesen Nutzungsmöglichkeiten hat das Stadthaus nach Ansicht von Michael Guntersdorf aber auch noch eine gestalterische Funktion. Es soll die Höhenunterschiede zwischen Schirn, Dom und dem noch zu errichtenden Gebäude Goldene Waage optisch ausgleichen. Ob dies gelingt, lässt sich schon bald überprüfen: Ende Oktober sollen die Hochbauarbeiten an den 35 geplanten Altstadthäusern - 15 Rekonstruktionen und 20 schöpferische Nachbauten - beginnen.

Quelle: op-online.de

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