Räume waren nur für eine Weinstube zugelassen

Stereobar: Kultclub muss schließen

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Frankfurt - Eine Party-Institution in Alt-Sachsenhausen ist Geschichte. Die Stereobar musste schließen. Der Grund: Der Club hätte nie als solcher betrieben werden dürfen. Das fällt der Stadt nach 20 Jahren auf. Betreiber Wolf Heilig sieht ein ganz anderes Problem als wahren Grund. Von Rebecca Röhrich 

20 Jahre lang war die Stereobar in Alt-Sachsenhausen eine feste Anlaufstelle für Partygänger im Frankfurter Nachtleben. Jetzt musste der Club schließen. Die Begründung des Stadtplanungsamtes: Für die Räume liege nur eine Nutzungsberechtigung als Weinstube vor. Das Betreiben einer Discothek in der Immobilie im Abtsgäßchen sei verboten. Bisher hatten die Betreiber der Stereobar vor allem mit Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft zu tun. Darin sehen sie auch den eigentlich Grund für die Anordnung.

Anwohner hätten sich durch die nach Hause strebenden Gäste auf der Straße belästigt gefühlt, schreiben die Gastronomen Wolf Heilig, Thomas Winterscheid und Janina Barkman auf ihrer Facebookseite.„In Alt-Sachsenhausen wohnen und sich dann über den Lärm beschweren ist absurd", heißt es dort weiter. Dabei habe der Club nachweislich die zulässige Lautstärke nicht überschritten.

Für die Betreiber sind die Anwohner Schuld an der jetzigen Situation. Erst durch die Beschwerden sei die Bauaufsichtsbehörde tätig geworden. Das Verhalten der Stadt können Heilig, Winterscheid und Barkmann nicht verstehen. Schließlich würde die Stadt mit der kulturellen Vielfalt des Sachsenhäuser Nachtlebens sogar auf ihrer Internetseite werben. Jetzt fürchten die Gastronomen, dass sie dasselbe Schicksal ereilt, wie das Bahnhofsviertel. Dort hatten Anwohner durch stetiges Beschweren bewirkt, dass einige Läden auch am Wochenende ab 22 Uhr keine Getränke mehr Ausschenken dürfen. Aber es geht den Dreien nicht nur um die Vielfalt des Frankfurter Nachtlebens. Denn Wolf Heilig, Thomas Winterscheid und Janina Barkman müssen weiter die Miete zahlen, obwohl sie ihren Club nicht öffnen dürfen. Allerdings habe die Stadt ihnen angeboten, doch eine Apfelweinwirtschaft im Gewölbe zu betreiben. Eine absurde Vorstellung, wer die Stereobar kennt.

Den drei Gastronomen droht jetzt finanzieller Ruin. Mit ihrem Appell an die Öffentlichkeit auf Facebook und auf ihrer eigenen Homepage, das endgültige Ende abzuwenden.

Eindrucksvolle Bilder der Frankfurter Skyline

 

Quelle: op-online.de

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