Bedeutungsverlust droht

Frankfurter Flughafen International längst weit abgeschlagen

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Frankfurt - Dem Flughafen Frankfurt droht ein Bedeutungsverlust. Das ergibt sich aus Zahlen im aktuellen Luftverkehrsbericht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Luftdrehkreuz ist demnach 2014 nur um 2,7 Prozent gewachsen. Von Peter Schulte-Holtey

„Unser Anzug wird uns zu klein“, begründete Fraport-Chef Stefan Schulte im Herbst die Notwendigkeit für ein weiteres Passagierterminal. Beim Spatenstich für das Drei-Milliarden-Euro-Projekt Terminal 3 wies er darauf hin, dass die Kapazitäten der beiden bestehenden Abfertigungshallen erschöpft seien. Ab 2022 sollen im neuen Terminal jährlich 14 Millionen weitere Fluggäste abgefertigt werden. Insgesamt werden am Airport derzeit jedes Jahr gut 60 Millionen Gäste gezählt. Bis einschließlich November hatten die Frankfurter das Vorjahr um 2,5 Prozent übertroffen. Weil im Schnitt immer größere Jets eingesetzt werden, sank die Zahl der Flugbewegungen im selben Zeitraum um 0,4 Prozent. Auch das Frachtgeschäft war mit minus 2,5 Prozent rückläufig, Frankfurt blieb aber dennoch größter Fracht-Umschlagplatz Europas.

Tatsächlich ist der Flughafen Rhein-Main im internationalen Vergleich inzwischen weit abgeschlagen - er schafft es nicht einmal mehr in die Top Ten der größten Flughäfen. Andere Flughäfen wachsen deutlich schneller als Frankfurt. So habe etwa der Internationale Flughafen Istanbul mit 56,7 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 13,6 Prozent geschafft, heißt es. In Istanbul, Peking und Dubai werden zudem bald neue Mega-Airports eröffnet. Gleichzeitig rechnen die Luftfahrtexperten vom DLR damit, dass das Passagieraufkommen in Deutschland bis 2030 auf dann 175 Millionen Fluggäste zunehmen wird. Die beförderte Fracht dürfte sich auf 7,3 Millionen Tonnen verdreifachen. Insgesamt findet im Luftverkehr eine starke Veränderung statt. Der asiatische Kontinent marschiert dabei voran. „Mittlerweile hat der asiatische Luftverkehr sogar ein höheres Passagiervolumen als der bis dato führende Nordamerikaverkehr“, stellt DLR-Fachmann Peter Berster fest.

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Dabei werden die Flugzeuge selbst immer größer. Die Anzahl der Jets deutscher Airlines mit weniger als 150 Sitzen sei deutlich zurückgegangen, werden DLR-Experten zitiert. Ziel der Airlines sei es jetzt, Betriebskosten sowie Gebühren für Flughäfen und Lotsen zu sparen. Unterdessen wird rund um den Frankfurter Flughafen erneut über den Fraport-Wachstumskurs diskutiert. Kritik kommt vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau. „Der Umsteigeverkehr belastet die Region mit Fluglärm und Schadstoffen“, heißt es.

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Quelle: op-online.de

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