Geburtstags-Spektakel um Mitternacht

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Die am Baugerüst hängende Plane zeigt die Fassade nach der laufenden Restaurierung.

Frankfurt Der Frankfurter Hauptbahnhof feiert am kommenden Wochenende seinen 125-jährigen Geburtstag. Höhepunkt des dreitägigen Programms ist ein Spektakel am Samstag um Mitternacht, wie die Bahn gestern berichtete.

Um 0.00 Uhr am „Geburtstag“ des Bahnhofs am 18.8. beginnt ein eigens geschriebenes Theaterstück, „in dem wir die Uhr um 125 Jahre zurückdrehen wollen“, verrieten die Verantwortlichen vorab. Unter anderem soll eine historische Dampflok einfahren. Dialoge, Tänze und Lieder sollen den Tag der Einweihung wieder aufleben lassen. Die 950 Tickets wurden verlost.

Das dreitägige Fest beginnt am Freitag - parallel zur Bahnhofsviertelnacht. Im Bahnhof findet dann ein „Tag der Musik“ statt mit Bands aus verschiedenen Ländern. Der Samstag ist der „Tag des Handels“, bei dem unter anderem der Moderator Harry Wijnvoord „Der Preis ist heiß“ spielt. Am Sonntag findet der „Tag der Familie“ statt, unter anderem mit Kika-Moderatorin Singa und der „Maus“-Show.

Wichtigste Säule der gern reklamierten Urbanität

Für Frankfurt mit seinen nur rund 700.000 Einwohnern ist die am 18. August 1888 eröffnete Station mit dem dazugehörigen Bahnhofsviertel neben Messe und Flughafen wichtigste Säule der gern reklamierten Urbanität. Die Stadt muss ihre zentrale Funktion im Bahnnetz allerdings weiterhin mit einem Sackbahnhof erfüllen. Durchgehende Gleise wie demnächst in Stuttgart wird es am Main auch künftig nicht geben. An die Stelle der als „Frankfurt 21“ geplanten und schließlich aus Geldmangel abgesagten Untertunnelung der Innenstadt traten viele kleinere Projekte, um das Bahn-Nadelöhr in der Mitte Deutschlands zu weiten.

Der zusätzliche Zeitaufwand für die Ein- und Ausfahrt in einen Sackbahnhof liegt laut Bahn aber dennoch bei mindestens zehn Minuten pro Zug. Und da jeder eingefahrene Zug auch wieder raus muss, ist die Kapazität der 25 oberirdischen Gleise nahezu erschöpft. Die Bahn will künftig nicht mehr jeden ICE in den Hauptbahnhof einfahren lassen, sagt Bahnhofsmanager Heiko Scholz. Alternativen zur Hauptstation seien die Bahnhöfe Flughafen und Frankfurt-Süd. Die drei müssten nur besser miteinander verzahnt werden, so dass es für die Reisenden keine Rolle mehr spiele, an welchem Bahnhof sie in Frankfurt ankommen.

Video zur Personalpolitik am Mainzer Hauptbahnhof

Auf die Idee eines zentralen Bahnhofs in der ehemaligen Freien Reichsstadt waren erst die Preußen gekommen. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 hatte sich die Eisenbahn-Infrastruktur mit drei kleinen Sackbahnhöfen an der Gallusanlage als unzureichend erwiesen. Der künftige Hauptbahnhof, damals der größte Europas, wurde weit außerhalb der damaligen Frankfurter Stadtgrenze geplant, die Flächen dazwischen erst später mit großbürgerlichen Gründerzeithäusern bebaut, dem heutigen Bahnhofsviertel. An die drei von Johann Wilhelm Schwedler entworfenen Hallen wurde in den 1920er-Jahren an jeder Seite eine niedrigere Halle angebaut.

dpa

Quelle: op-online.de

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