Zwei Angebote für insolvente Zeitung

Zukunft der "Rundschau" weiter ungewiss

Frankfurt - Die Zukunft der Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" ist weiter ungewiss. Laut Insolvenzverwalter liegen zwei Angebote für das insolvente Blatt vor.

Die Zukunft der "Frankfurter Rundschau" ist weiter in der Schwebe. Die zwei Interessenten für das Blatt hätten noch immer kein konkretes Angebot vorgelegt, sagte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters am Freitag in Frankfurt/Main. "Wir können überhaupt nicht abschätzen, wie lange sich die Gespräche und die Entscheidung hinziehen werden." Im Rennen um einen Einstieg bei der "FR" sind nach eigenem Bekunden noch der Verlag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") sowie das türkische Medienhaus Estetik Yayincil.

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Das Bundeskartellamt prüft seit Mittwoch die Übernahme der insolventen "FR" durch die "FAZ". Die Wettbewerbshüter wollen klären, ob der Marktanteil des Traditionsblatts bei einem Verschwinden vom Markt ohnehin an die "FAZ" fallen würde und ob es einen ernsthaften alternativen Käufer für die "Frankfurter Rundschau" gibt. Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Frank Schmitt nannte mit Verweis auf seine Verschwiegenheitspflicht keine konkreten Namen der Interessenten. Den Angaben zufolge hatte der ausländische Interessent bislang einen zu niedrigen Preis geboten und kein tragbares Konzept vorgelegt. Schmitt sei weiter in Kontakt mit den beiden potenziellen Investoren, sagte der Sprecher. "Die Tür steht weiter offen."

Eine Insolvenz muss nicht das Aus bedeuten

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Die "Frankfurter Rundschau" hatte im November angesichts massiver Verluste Insolvenz angemeldet. Insgesamt stehen rund 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon etwa die Hälfte im Druckzentrum. Nach einem Medienbericht soll die eher konservativ ausgerichtete "FR"-Konkurrentin "FAZ" erwägen, die linksliberale "Rundschau" in abgespeckter Form mit etwa 30 Redakteuren weiterzuführen. Die bisherigen Eigentümer sind die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg MDS und die SPD-Medienholding ddvg.

dpa

Quelle: op-online.de

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