Frankfurter Schaufensterbummel: Standortwechsel bei Schuhen

Auch für Super-Lagen geht nicht jeder Preis

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Die ehemalige Diamantenbörse „MA*“ in der Stephanstraße hat derzeit eine Pechsträhne, was die Stabilität der Ladenmieter angeht. Allerdings finden sich immer Nachfolger.

Frankfurt - In der Frankfurter Innenstadt bleiben die wenigsten Ladenflächen lange leer. So ist in das einstige Leisergeschäft nun ein Schuhoutlet von Fink gezogen. Von Aline Jorde 

Ladenflächen auf der Zeil und in der Innenstadt sind begehrt, das beschwören Immobilienexperten immer wieder, nur vielleicht nicht für jeden Preis. Beispielsweise stand das ehemalige Leiser-Schuhgeschäft auf der Zeil mit immerhin 3000 Quadratmetern Fläche verteilt auf vier Etagen nun fast ein Jahr leer. Jetzt ist ein Schuh-Outlet von Fink eingezogen. Aber wohl nur vorübergehend bis zum Jahresende. Der Standort scheint, mit anderen Schuhgeschäften in Laufnähe, etwas ungünstig zu sein. Alles begann damit, dass das Hako-Schuhhaus, ein markantes Eckgebäude an der Hauptwache mit einer 60-jährigen Tradition, zugunsten eines Neubaus abgerissen worden war. Im Jahre 2012 gab’s die Neueröffnung - wenige Meter weiter unter dem Namen „Leiser by Hako“. Das Konzept sah hochwertige Schuhmode zu gehobenen Preisen vor. Als das nicht ankam, wurde der Laden wieder in Hako umbenannt und zum Outlet umfunktioniert, in dem Restposten verramscht wurden. Ende 2014 war Schluss und lange gab es keine Nachfolge, bis jetzt. Grellgelbe Schilder an der Fassade sollen die Kunden auf die Schuhschnäppchen im Laden aufmerksam machen. Drinnen wühlt man in offenen Kartons, die Präsentation der Waren könnte ansprechender sein.

Schuhe hängen derzeit auch in dem Schaufenster, das bis vor wenigen Wochen noch zur Nic Duysen-Filiale in der ehemaligen Diamantenbörse, jetzt „MA*“, gehörte. Die für ihre Wohnaccessoires bekannte Marke war klammheimlich in die freigewordene Fläche der Boutique Tutto eingezogen und genauso leise wieder verschwunden. Es wundert nicht: Im Juli machte die Nachricht die Runde, dass das Unternehmen, das erst 2014 von Investor Ulvi Aydin aufgekauft und umstrukturiert worden war, insolvent sei. Damit setzt sich die Pechsträhne in dem Geschäftshaus in der Stephanstraße fort. Seit der Eröffnung des „MA*“ haben die Geschäfte Crestline, Lieblings, Tutto und Benetton Playlife geschlossen. Es kam aber immer etwas nach. Zuletzt wandelte sich die Straße, die kaum Laufkundschaft hat, in eine Möbelmeile. Nur das Modegeschäft „The Listener“ bildet eine Ausnahme und scheint erfolgreich. Derzeit stellt The Listener in der einstigen Duysen-Auslage Sneaker aus.

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Sneaker gibt es in dem neuen Geschäft im Oeder Weg 51 nicht, dafür aber Gummistiefel, die sich zum Gassigehen eignen. Denn bei „Schauz und Schnurr“ kommen vor allem Hunde und Katzen sowie ihre Besitzer auf ihre Kosten. Sarah und Raphaela Melingo verkaufen Zubehör, das nicht in den großen Zoogeschäften erhältlich ist. Stattdessen gehören kleine Marken aus den USA, aus Großbritannien und aus Deutschland zum Sortiment. Natürlich finden sich in dem Fachgeschäft Spielzeuge und Leckerli, es gehört aber auch Dosenfutter von Dog’ Love, Escapure und Pepper’s Choice zum Angebot - Nahrung, die ohne Gluten und Getreide auskommt und eher auf Fleisch basiert. Hunde- und Katzenbetten, Hundepullover aber auch Wintermäntelchen, etwa ganz schick aus Harristweed mit Schafsfell als wärmendes Futter runden das Portfolio ab. Und wer den Füßchen seines Hundes etwas Gutes tun will, dem rät Sarah Melingo zum Pfötchenbalsam von Vimi. Das ist ein Hersteller aus Kronberg.

Quelle: op-online.de

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