Kritiker bezweifeln Wachstum

Fraport beharrt auf Terminal 3

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Die Simulation zeigt, wie das geplante Terminal 3 am Frankfurter Flughafen einmal aussehen könnte.

Frankfurt - Wenn der Frankfurter Flughafen weiter in der Oberliga mitmischen und gegen Konkurrenten wie Abu Dhabi oder Istanbul bestehen wolle, brauche er ein drittes Terminal. Sagt Flughafenbetreiber Fraport. Von Christian Riethmüller 

Brauche er nicht, meinen Kritiker, die das prognostizierte Wachstum bezweifeln. Bis zum Jahr 2021 wird der Flughafen Frankfurt die Kapazitäts- und Belastungsgrenzen der beiden vorhandenen Terminalanlagen erreicht haben. Dessen ist sich Fraport-Chef Stefan Schulte sicher und verweist auf unabhängige Gutachten, die dann ein Passagieraufkommen von 68 bis 73 Millionen Fluggästen pro Jahr prognostizieren. Die aktuelle Auslastungsgrenze von 64 Millionen Passagieren im Jahr würde damit „deutlich überschritten sein“, sagte Schulte am Freitag bei einer Anhörung der SPD-Fraktion im hessischen Landtag in Wiesbaden, wo er für den Bau des dritten Terminals plädierte. „Der Bau des neuen Terminals trägt zum Erhalt eines der wichtigsten Wettbewerbsvorteile dieser Region bei - der internationalen Anbindung an die Wachstumsmärkte,“ sagte Schulte bei der von SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel geleiteten Anhörung.

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Unterstützung erhielt Schulte von neun hessischen und deutschen Wirtschaftsorganisationen, die sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gleichfalls für den Bau des dritten Terminals aussprachen. Der Ausbau des Flughafens würde seine Drehscheibenfunktion erhalten und „langfristig die Schaffung von mehreren zehntausend Arbeitsplätzen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main und darüber hinaus“ bringen, heißt es in der Stellungnahme. Betroffene Kommunen in der Nachbarschaft des Flughafens sowie die evangelische Kirche sprachen sich bei der Anhörung gegen den Bau des neuen Abfertigungsgebäudes im Süden des Flughafenareals aus. „Der Flughafen ist schon lange an den Grenzen seiner Kapazität angekommen, was die Lärmbelastung und die Gesundheitsbelastung für die Region betrifft, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht“, sagte Walter Astheimer von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Flughafen Frankfurt/Main (KAG).

Andere Kritiker bezweifelten den prognostizierten Anstieg der Passagierzahlen. Für die Initiative Zukunft Rhein-Main forderte Martin Schröder, Fraport solle mehr Unterlagen zu den Prognosen öffentlich machen. Als Vorstandschef Schulte dies mit Hinweis auf Geschäftsgeheimnisse ablehnte, appellierte Ausbaugegner Schröder an die Landesregierung, dies in der Prüfung nicht hinzunehmen. Der schwarz-grüne Landesregierung prüft derzeit noch den Bedarf für das Terminal 3. Allerdings kann sie kaum Einfluss auf die Entscheidung der Fraport nehmen, selbst wenn sie im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt. Der Flughafenbetreiber hat bereits eine Baugenehmigung und will das Projekt nächstes Jahr in Angriff nehmen. Wie Fraport am Freitag mitteilte , soll der bau des Terminals 3 ausschließlich privatwirtschaftlich finanziert werden. Die Kosten inklusive nötiger Investitionen in die Infrastruktur werden auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro geschätzt.

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Quelle: op-online.de

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