Fraport wartet mit Terminal 3

Am Flughafen wird kräftig gebaut

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Auf dem Mönchhofgelände sollen sich Logistik-Unternehmen ansiedeln.

Frankfurt - Die „Frankfurt Airport City“ ist räumlich begrenzt. Dennoch wird rund um den Flughafen kräftig gebaut. Einzig beim geplanten Terminal 3 wartet die Fraport noch. Von Jens Dörr

Mit 50 Millionen beförderten Passagieren lag der Flughafen Dubai 2011 „nur“ sechs Millionen unter dem Aufkommen des Frankfurter Flughafens. Da rund um das Emirat herum Wüste ist, sind dem dortigen Wachstum kaum Grenzen gesetzt. Anders in Frankfurt, wo der Flughafen längst eine Flughafen-Stadt - von der Fraport AG „Frankfurt Airport City“ genannt - geworden ist, der allerdings die Autobahnen 3 und 5, andere Straßen, Städte sowie der Main mehr oder weniger natürliche Grenzen setzen.

Aktuell stehen auf dem „FRA“ dennoch 300 Hektar Land für die Schaffung weiterer Büro- und Industrieflächen, Freizeitmöglichkeiten und das dritte Terminal zur Verfügung. Das Interesse an Immobilien in der „Frankfurt Airport City“ sei groß - aktuell betrage die Leerstandsquote nur vier Prozent, lässt Karl-Heinz Dietrich vom Handels- und Vermietungsmanagement der Fraport verlauten. Das sei ein „sensationelles Ergebnis“. Die Nachfrage nach Grundstücken übersteige das Flächenangebot am Flughafen.

Etliche Großprojekte

Dort entwickeln sich derzeit etliche Großprojekte, über die der Flughafenbetreiber am Montag einen Überblick gab. Fluggäste werden einmal insbesondere jenes Gebäude nutzen, das auf dem Gelände der ehemaligen US-Airbase im Süden des Areals entstehen soll: das Terminal 3. Bereits fertig sind inzwischen einige Vorfeld-Positionen, auf denen Maschinen parken, die nicht gleich nach der Landung wieder abfliegen, sondern einige Stunden in Frankfurt bleiben. Auf dem Baugelände wurden nach dem Abriss der alten Gebäude gewaltige Erdmassen und Schutt zu Hügeln aufgeschichtet. Inbetriebnahme des ersten Terminal-Moduls mit zwei Flugsteigen soll nach Angaben von Unternehmenssprecher Mike Schweitzer 2016/17 sein. Beim Eröffnungszeitpunkt werde auch die Bedarfsentwicklung hinsichtlich Flugbewegungen und die damit verbundene Passagierabfertigung berücksichtigt. Der Bau soll rund eine Milliarde Euro kosten.

Die Fraport rechnet für die nächsten zwei Jahrzehnte mit einem starken Wachstum des Passagier- und Frachtverkehrs in der Luft, während gestern die hessischen Grünen zum Stopp des Terminal-3-Baus aufriefen. „Wir fordern Fraport dringend auf, auf den Bau des Terminal 3 zu verzichten. Die Wachstumszahlen im Luftverkehr entwickeln sich nicht wie vorhergesagt, sie sind rückläufig. Anstatt immer weiter dem Flughafenausbau das Wort zu reden, muss es jetzt einen Stopp geben“, forderte der für die Belange des Frankfurter Flughafens zuständige Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann.

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Dem Appell dürfte die Fraport beim Terminal 3 aber nicht folgen und sich auch nicht von der Entwicklung anderer Immobilien abschrecken lassen. Direkt vor Terminal 2, mit direkter Anbindung an die Autobahnen A3 und A5, wird der Bürokomplex „Propeller“ das Immobilien-Portfolio des Unternehmens weiter aufwerten. Drei Gebäudeteile, über Brücken verbunden, ergeben mit Blick auf bisherige Visualisierungen ein zweifelsohne individuelles Erscheinungsbild. „Blickfang“ könnte man zu dem sagen, was die Architekten von Schneider+Schumacher entworfen haben. Um 41.000 Quadratmeter Nutzfläche auf 17 Stockwerken über der Erde und mit insgesamt 60 Metern Höhe wird der „Propeller“ den Flughafen erweitern. Mehr als 2000 Menschen - Fraport setzt auf Dienstleister und mobilitätsaffine Unternehmen sowie Eigennutzung - sollen im „Propeller“ ab 2016 arbeiten.

Ein neuer Hauptsitz

Unweit vom „Propeller“ baut sich Fraport zudem einen neuen Hauptsitz, in den Vorstand und Mitarbeiter nächstes Jahr einziehen sollen. Noch in diesem Jahr will der Generalunternehmer das Hauptquartier übergeben. Um ein Stockwerk pro Woche in die Höhe wuchs das Bürogebäude „Alpha Rotex“ in Gateway Gardens, wo 2013 DB Schenker einziehen will. Nebenan soll ebenfalls im nächsten Jahr das „House Of Logistics And Mobility“ (HOLM) fertig werden. Über die neue Buslinie 77 ist Gateway Gardens nun auch mit Terminal 1 gut verbunden.

Weiter westlich ist die Cargo-City Süd entstanden, wo sich mittlerweile 200 Luftfracht-Unternehmen angesiedelt haben. Im Nordwesten des Flughafens entwickelt Fraport das 100 Hektar große Mönchhofgelände für Unternehmen insbesondere der Logistikbranche. Die DHL mit ihrem Express-Geschäft und Rewe haben dort bereits gebaut. Laut Fraport sind bereits 50 Prozent der Mönchhof-Flächen vergeben. Etwas verloren wirkt inmitten der riesigen Hallen nur ein Kasino, das nach Feierabend zum Zocken einlädt.

Quelle: op-online.de

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