Drehkreuz Frankfurt in Gefahr

Fraport  will  an Randstunden nicht rütteln

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Frankfurt/Offenbach (re/fel) - Fraport geht in die Offensive: Ungewöhnlich deutlich hat der Flughafenbetreiber den Betrieb in den sogenannten Tagesrandstunden und Ausnahmen vom Nachtflugverbot verteidigt.

Man akzeptiere das nächtliche Verbot geplanter Flüge, weitere Einschränkungen könne das Unternehmen nicht hinnehmen. In der Stellungnahme „zur aktuellen Diskussion über die Nutzungszeiten des größten deutschen Flughafens“ heißt es, ohne die Randstunden zwischen 5 und 6 sowie 22 und 23 Uhr könne der Flughafen „die vielen wichtigen Verbindungen in alle Welt nicht aufrechterhalten“. Die Betriebszeiten seien von der Planfeststellungsbehörde genehmigt und vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt worden.

Ausbaugegner pochen darauf, das geltende Nachtflugverbot (23 bis 5 Uhr) auf 22 bis 6 Uhr auszuweiten. Die Randstunden-Kapazitäten müssten erhalten bleiben, meinte ein Fraport-Sprecher. „Andernfalls würden in Folge vieler wegfallender Interkontinental-Verbindungen auch zahlreiche weitere Flugbewegungen für Umsteigepassagiere gestrichen und damit das Drehkreuz Frankfurt massiv an Bedeutung verlieren.“ Diese Entwicklung würde „die Infrastruktur und den damit verbundenen wirtschaftlichen Wohlstand der gesamten Region schwächen“. Und: Der Flughafenausbau sei nicht „zum Selbstzweck“ erfolgt, sondern als Reaktion auf das gestiegene Mobilitätsbedürfnis.

Situation besser als vor einem Jahr

Zur Fluglärmbelastung sagte der Sprecher, die aktuelle Situation sei für die Anwohner durch das Nachtflugverbot und der Deckelung in den Randstunden besser als vor einem Jahr. Es sei an der Zeit, „dass diese deutliche Entlastung in der Region anerkannt werde“. Der Vorwurf der „Verlärmung“ der Region sei unsachlich. Die Zahl der Flugbewegungen im ersten Halbjahr 2012 liege in etwa auf Vorjahresniveau, würde sich nun aber auf vier Pisten verteilen. Entlastete Anwohner meldeten sich jedoch nur dann zu Wort, wenn andere Kommunen das alte Bahnsystem forderten.

Auch von einer Aushöhlung des Nachtflugverbots könne keine Rede sein. Beim Flugbetrieb stehe immer die Sicherheit im Vordergrund. Für etwa wetterbedingte Verzögerungen brauche ein internationaler Flughafen Flexibilität - „im Interesse der Passagiere wie auch der Reputation unserer Region“.

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Auch der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises 185 (Stadt Offenbach und westlicher Landkreis), Peter Wichtel (CDU), betonte gestern die Stellung des Flughafens als Wirtschaftsfaktor. „Wer in Frankfurt nicht landet, landet in ganz Deutschland nicht“, sagte Wichtel in Offenbach, wo er eine Petition von Flughafengegnern in Empfang nahm. Die Initiatoren erhoffen sich, dass der Bundestag den Fluglärm ins Emissionsschutzgesetz aufnimmt und dann die Auswirkungen des Ausbaus neu bewertet werden müssen. 

Quelle: op-online.de

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