Fraport: Terminalbau könnte sich verzögern

Frankfurt - Der Bau eines dritten Terminals am größten deutschen Flughafen in Frankfurt könnte sich wegen der geplanten Luftverkehrssteuer verzögern.

Die Abgabe werde die Branche etwa drei Prozent Wachstum kosten, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Euro“.

„Dennoch werden wir die Landebahn Nordwest wie geplant zum Winterflugplan 2011 in Betrieb nehmen, denn wir brauchen sie schon heute dringend. Der Neubau des dritten Terminals könnte sich allerdings um ein weiteres Jahr verschieben.“ Geplant war nach Angaben eines Fraport-Sprechers bisher, das dritte Terminal 2015/2016 in Betrieb zu nehmen, wenn sich die Passagierzahlen wie erwartet nach oben entwickeln.

Die Bundesregierung will von Januar an einen Aufschlag von 13 Euro je Fluggast für Kurz- und 26 Euro für Langstreckenflüge erheben und so jährlich eine Milliarde Euro zusätzlich einnehmen. Es sei falsch, einen Branche derart zu belasten, „die viele tausend Arbeitsplätze geschaffen hat und schaffen will“, sagte Schulte. „Eine Milliarde Euro ist viel zu hoch­ in Relation zur Größe der Luftfahrtindustrie wie auch im Vergleich zum Beitrag anderer Branchen.“ Hohe Wachstumsraten im Luftverkehr machen Fraport indes Hoffnung auf bessere Geschäfte. Nach Schultes Einschätzung könnte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in diesem Jahr höher ausfallen als die 635 Millionen Euro, mit denen das Management bisher gerechnet hat.

„Wenn der Verkehr weiterhin so stark wächst wie bisher, könnte es mehr werden. Die Wachstumsraten im Luftverkehr sind deutlich höher als erwartet“, sagte Schulte dem Magazin. Dank Rekordwerten im Mai und Juni trotzte der Flughafenbetreiber Fraport im ersten Halbjahr den Belastungen durch Schnee, Streik und Aschewolke. Sowohl am größten Standort Frankfurt als auch konzernweit gab es Zuwächse bei Passagierzahlen und Frachtumschlag.

dpa

Quelle: op-online.de

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