Weniger CO2: Flughafenbetreiber testet

Fraport-Vorfeld wird „elektrisch“

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Dieser elektrisch betriebene Container-Transporter auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens soll dazu beitragen, die Bodenemissionen zu verringern. Außerdem erhofft sich der Betreiber Fraport weniger Lärm.

Frankfurt - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport versucht, durch ein Modellprojekt, bei dem die Einsatzfähigkeit von Elektrofahrzeugen in der Flugzeugabfertigung getestet wird, mehr Grün in sein blaues Firmenlogo zu mischen. Von Michael Eschenauer 

Gestern stellte er das vom Bundesverkehrsministerium mit 8,1 Millionen Euro geförderte Projekt „E-PORT AN“ vor. Zu den Akteuren der Elektromobilitätsoffensive „E-PORT AN“ zählen Fraport, Lufthansa, Land Hessen und die Projektleitstelle Elektromobilität Modellregion Rhein-Main. Ziel des Projekts ist es, die Bodenemissionen rund um die Flugzeugabfertigung durch den Einsatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen und Spezialfahrzeugen langfristig zu reduzieren. Positive Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen – weniger Feinstaub, weniger Lärm – erhofft man sich außerdem.

Bei der Flugzeugabfertigung kommen bis zu 20 verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz, erläuterten Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Flughafenchef Stefan Schulte. Bei dem Feldversuch setzt Fraport eine durch Solarenergie betriebene Passagiertreppe ein. Mit Elektromotoren betrieben werden ferner neun Palettenhubwagen, ein Container- bzw. Palettentransporter, diverse Personenwagen, 140 Kleinschlepper für Gepäck und 93 Förderbandwagen. Star der neuen Elektroflotte ist der „Hybridschlepper TaxiBot“.

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Dieses 800 PS starke Diesel-Elektro-Spezialfahrzeug schiebt die Flugzeuge von der Parkbucht zur Startbahn und in umgekehrter Richtung, ohne dass die Maschinen die Triebwerke anwerfen müssen. Ein ebenfalls umgerüsteter „eSchlepper“ kann als weltweit erstes Hybrid-Fahrzeug dieser Art Flugzeuge bis zur Größe eines Airbus A380 bewegen. Außerdem wird ein elektrischer Antrieb für die Fortbewegung von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen auf dem Vorfeld untersucht. Nach Angaben von Fraport-Chef Schulte bringt die Umrüstung eine Energieersparnis von 60 bis 70 Prozent – unter anderem deshalb, weil sich die Elektromotoren stets ausschalten, wenn das Fahrzeug steht. Bei den Dieselantrieben läuft der Motor häufig permanent. Im Mittelpunkt der Initiative stehe die CO2-Einsparung, die neben der Lärmminderung des Flugverkehrs eines der wesentlichen Ziele von Fraport sei, sagte Schulte bei der symbolischen Inbetriebnahme des „Green Gate“ an der Position A15, wo sich die Fluggäste künftig über die Elektrifizierung der Bodendienste informieren können.

Bilder: Spatenstich für Terminal 3 am Flughafen Frankfurt

14 Prozent der CO2-Emissionen des Flughafens entstehen durch den Bodenverkehr, 86 Prozent in den Terminals und Gebäuden. Der Kraftstoffverbrauch beträgt 12,7 Millionen Liter Benzin pro Jahr. Damit werde, so Schulte, auch die ökonomische Dimension des Energiesparens deutlich. Nach seinen Angaben stammen 36 Prozent des am Flughafen verbrauchten Stroms aus regenerativen Energiequellen. Mittlerweile werden zehn Prozent der 3000 motorisierten Fahrzeuge am Flughafen elektrisch betrieben. Diesen Anteil wolle Fraport steigern.

„Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Elekrotechnologie Menschen und Umwelt zu entlasten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Mobilität“, sagte Verkehrsminister Al-Wazir. Seine Vision sei es, irgendwann alle Vorfeldfahrzeuge elektrisch zu betreiben. Der Frankfurter Flughafen solle weltweit Vorreiter- und Vorbild auf diesem Gebiet sein.

Martin Bien, Geschäftsbereichleiter Bodenverkehrsdienste, bezeichnete es als extrem wichtig, die Elektro-Spezialfahrzeuge unter den auf dem Vorfeld herrschenden hohen Belastungen zu testen. So habe man tagsüber oft wenig Zeit, die Batterien aufzuladen, auch müsse man die Auswirkungen von Kälte auf die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge analysieren.

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Quelle: op-online.de

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