Fraport will Gebühren neu ordnen

Frankfurt/Egelsbach - Der Frankfurter Flughafen will die Landegebühren noch stärker von der Lärmbelastung abhängig machen.

„Wir wollen die Anreize so setzen, dass die Luftfahrtgesellschaften animiert sind, leisere Flugzeuge einzusetzen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der Vorstand des Forums Flughafen und Region, Johann-Dietrich Wörner, rechnet Medienberichten zufolge aber mit weiter steigendem Lärm.

Je mehr die neue Landebahn in den nächsten Jahren ausgelastet werde, desto mehr Lärm werde es geben, sagte Wörner demnach anlässlich einer Veranstaltung mit betroffenen Kommunalpolitikern. Er plädierte dafür, verbindliche Lärm-Obergrenzen festzulegen, statt die Zahl der Flugbewegungen zu regeln. Wörner hatte das Mediationsverfahren zum Flughafenausbau geleitet.

Fraport-Chef Schulte forderte beim Thema Lärmschutz auch mehr Hilfe vom Staat. „Ich wünsche mir, dass öffentliche Forschungsgelder auch verstärkt in die Schallreduzierung an Flugzeugen investiert werden.“ Schulte zufolge haben sich in einem speziellen Programm für besonders lärmgeplagte Regionen inzwischen 92 Hauseigentümer zum Verkauf an Fraport entschieden. Sie hätten ein Angebot erhalten, bei dem der Verkehrswert von einem neutralen Gutachter ohne Berücksichtigung der Landebahn ermittelt wurde. In den betroffen Zonen lägen etwa 230 Immobilien mit 500 Wohneinheiten.

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In Egelsbach, wo die Gemeinde aller Voraussicht nach eine Klage gegen die neuen Flugrouten anstrengen wird, riet Anwalt Thomas Mehler von der Frankfurter Kanzlei Haldenwang von einer Sammelklage mit anderen Kommunen ab. Durch die Doppelbelastung mit dem Flugplatz liege ein „abwägungsfehler“ zum Nachteil Egelsbachs vor. „Das sollte man sich nicht verwässern lassen.“

dpa/hob

Quelle: op-online.de

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