Frau tötet Lebensgefährten

Fünf Jahre Haft für tödliche Messerstiche

Kassel - Weil sie ihren Lebensgefährten im Streit erstochen hat, muss eine 59-Jährige für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Kassel verurteilte die Frau heute wegen Totschlags und schloss eine Notwehrsituation aus.

Die Frau hatte im Juli 2014 im Kasseler Stadtteil Harleshausen ihren damals 48 Jahre alten Lebensgefährten bei einer Auseinandersetzung mit einem Küchenmesser in die Brust gestochen. Der betrunkene Mann, der sie zuvor bedrängt hatte, starb noch in der gemeinsamen Wohnung an seinen schweren Verletzungen. "Es war die klassische Situation: Alkohol, Streit, Messer, und am Ende stirbt ein Mensch", hieß es in der Urteilsbegründung. Der Vorsitzende Richter sprach von einer "äußerst konfliktgeladenen Beziehung", die vom Alkoholkonsum des 48 Jahre alten Lebensgefährten sowie verbalen und körperlichen Übergriffen auf die Angeklagte geprägt gewesen sei.

Das Gericht wertete den Stich in die Herzgegend als bedingten Vorsatz und schloss damit den von der Verteidigung geforderten Freispruch wegen einer Notwehrsituation aus. Mit einer Haftstrafe von fünf Jahren wurde die Mindeststrafe für Totschlag verhängt. Das Gericht blieb damit ein Jahr unter den sechs Jahren Haft, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Die Verteidigung zeigte sich vom Urteilsspruch überrascht und kündigte an, Revision einzulegen. "Dieses Mal ist wohl im Zweifel gegen die Angeklagte entschieden worden", sagten die beiden Anwälte noch im Gerichtssaal. (dpa)

Quelle: op-online.de

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