Frauen greifen Mann an - Passanten sehen tatenlos zu

Frankfurt - Er wollte doch nur einen Streit schlichten und wurde brutal getreten: Drei junge Frauen haben einen 51 Jahre alten Mann an einer Frankfurter U-Bahnstation aus dem Zug gestoßen und brutal getreten. Von den anderen Fahrgästen half ihm niemand.

Frankfurt - Schon wieder ist ein Hilfsbereiter bei dem Versuch, einen Streit zu schlichten, selbst zum Opfer geworden. Wenige Wochen nach dem tödlichen Vorfall in München, bei dem ein Fahrgast sich schützend vor eine Gruppe Kinder stellte und dies mit seinem Leben bezahlte, ist in Frankfurt ein 51 Jahre alter Mann schwer verletzt worden.

Gäste in gut besetzter U-Bahn greifen nicht ein

Dutzende Menschen verfolgten nach Angaben der Polizei die Attacke dreier angetrunkener junger Frauen auf den Mann, ohne einen Finger zu rühren. Auch in Frankfurt ist der Schauplatz des Vorfalls der öffentliche Nahverkehr - eine gut besetzte U-Bahn, unterwegs stadtauswärts im Feierabendverkehr, es ist Mittwochabend 19.40 Uhr.

Vor knapp einem Monat war in München in einer ähnlichen Situation der Geschäftsmann Dominik Brunner totgeprügelt worden. Brunner hatte sich schützend vor vier Teenager gestellt, die von Heranwachsenden bedroht wurden. Daraufhin war er von den beiden Angreifern mit Schlägen und Tritten getötet worden. Mehr Infos unter „Mord an S-Bahn

Drei junge Frauen - 17 bis 19 Jahre alt - geraten in heftigen Streit miteinander. Sie sind laut und werden handgreiflich. Als ein Fahrgast versucht, die Auseinandersetzung zu schlichten, wendet sich die geballte Aggression des Trios gegen ihn. Er wird beschimpft und angepöbelt. Ein zweiter Fahrgast - ein 51 Jahre alter Mann - will dem Hilfsbereiten zur Seite stehen und greift einem der Mädchen an den Arm. Die Situation eskaliert, schnell vergessen die drei den Streit untereinander und stürzen sich auf den 51-Jährigen. An der nächsten Station stoßen sie den Mann aus der Bahn und er stürzt mit dem Kopf gegen einen Mülleimer. Dann treten ihn die drei so lange, bis der U-Bahnfahrer hinzukommt. Die Mädchen machen sich aus dem Staub - sie werden aber kurz darauf.

Schaulustige entfernen sich, als Polizei eintrifft

Alle drei sind der Polizei schon früher aufgefallen. Wie viele Menschen in der Bahn und auf dem Bahnsteig an der Haltestelle genau Augenzeugen wurden, konnte die Polizei am Tag danach nicht sagen: „Beim Eintreffen mehrerer Funkstreifenbesatzungen entfernten sich die Schaulustigen“, heißt es im Polizeibericht.

Zwei der drei jungen Frauen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die dritte, eine 17- Jährige ohne festen Wohnsitz, werde dem Haftrichter vorgeführt, sagte die Frankfurter Polizei-Vizepräsidentin Sabine Thurau. Der Mann hatte Schürfwunden und Rippenbrüche erlitten, Lebensgefahr bestehe aber nicht.

dpa

Quelle: op-online.de

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