Risikoanlagen kein Sperrgebiet für Flugrouten

Freie Bahn für dicke Düsenflieger

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Der Hauptstadtflughafen als beleuchtete Kontur.

Frankfurt - Atomkraftwerke oder sicherheitssensible Anlagen wie Chemiefabriken werden bei der Festlegung von neuen Flugrouten zwar berücksichtigt, aber nicht in dem Ausmaß, wie man das erwartet.

Dies zeigt die Diskussion über die Auswirkungen des Urteils des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, das vor zwei Tagen die „Wannseeroute“ des neuen Berliner Hauptstadtflughafens wegen eines nahen Forschungsreaktors als rechtswidrig bezeichnet hat. Nun muss erneut eine Risikobeurteilung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung vorgenommen werden. Auch beim Frankfurter Flughafen wurden Risikoanlagen wie das frühere „Atomdorf“ bei Hanau oder ein Versuchsreaktor bei Mainz nur ansatzweise Gegenstand des Genehmigungsverfahrens für die Luftkorridore. Spezifische Auflagen gibt es nicht.

Risikoanlagen werden bei Flugrouten insoweit berücksichtigt, als dass für sie vom Bundesverkehrsministerium „Flugbeschränkungsgebiete“ ausgewiesen werden. Ihnen dürfen sich kleine Maschinen, die nur auf Sichtflug fliegen, nicht nähern. Für Instrumentenflüge, das heißt für große Maschinen, gilt dieser Bann nicht. Sie fliegen allerdings meist höher.

Der Luftverkehrsrechtler Elmar Giemulla stellte zum Berliner Fall fest, zwar sei die Route zunächst rechtswidrig, das Gericht habe aber keineswegs gesagt, dass hier grundsätzlich keine Flugzeuge fliegen dürften. Am Ende könne die Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung stehen, dass das Risiko auf der „Wannseeroute“ eben doch vertretbar sei. 

mic

Quelle: op-online.de

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