Mit Säugling zu spät zum Arzt: Mutter straffrei

Frankfurt - Eine überforderte Mutter, die ihren schwer kranken Säugling zu spät zum Arzt gebracht hat, bleibt straffrei. Das Amtsgericht Frankfurt stellte das Strafverfahren wegen Körperverletzung durch Unterlassen heute ohne weitere Auflagen ein.

Es sei nicht auszuschließen, dass der drei Monate alte Säugling auch bei einer rechtzeitigen medizinischen Behandlung Krampfanfälle und Atemnot erlitten hätte, hieß es zur Begründung.

Die 30 Jahre alte Mutter von vier Kindern hatte ihren an Keuchhusten und 40 Grad Fieber leidenden Sohn erst nach einer Woche in ein Kinderkrankenhaus eingeliefert. Zuvor hatte sie das hustende Baby auch noch geschüttelt, so dass sich Hirnblutungen einstellten. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass das ununterbrochen hustende Baby auch an Krampfanfällen und Zuckungen litt. Erst nach sieben Wochen Klinikaufenthalt hatte sich der Gesundheitszustand des Kleinkindes stabilisiert.

Vor Gericht räumte die Frau ein, mit ihren Kindern seinerzeit überfordert gewesen zu sein. Auch die anderen drei seien zuvor krank gewesen und hätten vom Kinderarzt untersucht werden müssen. Das Baby habe sie in Panik geschüttelt. „Heute würde ich natürlich den Notarzt anrufen“, beteuerte die Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich milde gestimmt und stimmte der Verfahrenseinstellung zu.

dpa

Quelle: op-online.de

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