Frische Gesichter und Ideen gesucht

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Jungen Naturwissenschaftlern bieten sich nach Einschätzung der Fachleute zahlreiche Jobchancen in der Industrie.

Frankfurt ‐ Akademikern stellt sich nach Ende des Studiums oder der Ernennung zum Doktor in der Regel die Frage, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. Naturwissenschaftler haben zum Beispiel in der Chemischen Industrie gute Karten. Von Julian Fath

Auf der „Frankfurter Jobbörse für Naturwissenschaftler/-innen“ konnte sich der wissenschaftliche Nachwuchs jetzt über Berufschancen informieren und mit Mitarbeitern großer Unternehmen ins Gespräch kommen. Veranstaltet wurde die Jobbörse bereits zum 12. Mal gemeinsam von der Goethe-Universität, dem „JungChemikerForum“ der Gesellschaft Deutsche Chemiker (GDCh) und dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit Frankfurt. Auf dem Riedberg-Campus der Goethe-Universität stellten sich bekannte Branchen-Vertreter wie Bayer, Roche und Sanofi-Aventis vor. Für die Zielgruppe der Naturwissenschaftler gelte die Jobbörse als die größte in Deutschland, sagt Bernd Schmitz von der Bayer AG.

Auf der Suche nach neuen, frischen Gesichtern

Warum sich Unternehmen wie Roche an der Veranstaltung beteiligen, erklärt Jörg Müller, der bei dem weltweit tätigen Gesundheits- und Pharmakonzern im Personalmarketing arbeitet: „Wir sind eine Firma, die angewiesen ist auf neue, frische Gedanken der Absolventen. Wir nutzen das als ersten Anknüpfungspunkt, um mit Kandidaten ins Gespräch zu kommen.“ Das Unternehmen biete ein breites Spektrum an Jobs, unter anderem in der Produkt- und Materialentwicklung, in Design und Konzeption, der Produktsicherheit oder in der Konsumentenforschung.

Auch wichtig: Soft skills

Prinzipiell würden Stellen für Absolventen aller Naturwissenschaften angeboten. Besonders gesucht seien Interessenten, die sich auch außerhalb des Studiums, zum Beispiel in sozialen Projekten, engagieren. Wichtig sei, dass die Persönlichkeit des Bewerbers erkennbar werde und er mit seinen Aktivitäten bereits gezeigt habe, dass er neben fachlichem Wissen auch über „soft skills“ und Führungsqualitäten verfügt.

Die Festanstellung sei immer noch die bevorzugte Arbeitsform der meisten Absolventen, berichtet Jasmin Karimnia, Beraterin beim Zentrum für Existenzgründung „Kompass“. Eine selbstständige Tätigkeit komme für Jungakademiker aus den Naturwissenschaften selten in Frage, was nicht zuletzt an den zahlreichen Jobmöglichkeiten läge.

Bei Chemikern oft ein Master oder Doktor erwartet

Nicht nur die vertretenen Unternehmen, sondern auch die Besucher sind aus ganz Deutschland angereist. Für manchen stellen sich die Berufsaussichten jedoch weniger positiv dar, als sie von Unternehmensseite propagiert werden: Chemiestudentin Alina hat die Veranstaltung genutzt, um sich über die Jobmöglichkeiten mit ihrem Bachelor-Studium zu informieren.

Nach mehreren Gesprächen habe sich bei ihr Ernüchterung breit gemacht: „Ich bin sehr enttäuscht, dass man mit dem Bachelor nichts findet.“ Sie hat den Eindruck, dass von Bewerbern in der Chemiebranche mindestens ein Master, häufig sogar ein Doktortitel erwartet werde. Der Besuch der Jobbörse hat immerhin bewirkt, dass sie über ein weiterführendes Studium nachdenkt.

Einen Erfolg hat Tanja aus Hamburg erreicht. Sie solle sich bei einem Pharma-Unternehmen, bei dem sie sich vorgestellt hat, zunächst formell bewerben, habe aber schon eine vorläufige Zusage für ein Praktikum, freut sich die Pharmazie-Studentin.

Man wolle das Angebot ausbauen, sagt Denise Schütz vom „JungChemikerForum“: Zusätzlich zum bisherigen Schwerpunkt bei den Chemie- und Pharmawissenschaften sollen in den nächsten Jahren noch umfangreichere Angebote für alle Naturwissenschaften entstehen.

Quelle: op-online.de

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