Kritik an deutschen Behörden

Früherer FDP-Obmann: NSU hatte größeren Unterstützerkreis

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Wiesbaden - Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) soll bei seinen rechtsterroristischen Anschlägen von einem größeren Kreis unterstützt worden sein.

Diese Ansicht hat am Montag im Wiesbadener Landtag der frühere FDP-Obmann im NSU-Bundestagsausschuss, Hartfrid Wolff, vertreten. „Das waren nicht nur drei, das waren deutlich mehr.“ Die NSU-Terroristen seien im Untergrund auch auf finanzielle Hilfe angewiesen. Wolff verwies auf mögliche Verbindungen ins Ausland. „Der Rechtsterrorismus ist professioneller als wir glauben.“ In Wiesbaden will derzeit ein eigener Ausschuss klären, wie sich die hessischen Behörden vor allem nach den tödlichen NSU-Schüssen auf den Deutschtürken Halit Yozgat im April 2006 in Kassel verhalten haben. Der Verfassungsschützer Andreas Temme war damals kurz vor oder während der Tat im Café, nach seinen Angaben zufällig.

NSU-Prozess in München - die Bilder

In Hessen sei damals bei den Ermittlungen „nicht ausreichend viel passiert“, sagte der Ex-Bundestagsabgeordnete. Er bezweifelte die Glaubwürdigkeit von Temme, der zeitweise unter Tatverdacht stand. Dieser habe sich mit seiner „Opferrolle“ Aussagen zurechtgelegt. Die deutschen Behörden hätten aus den NSU-Fehlern bisher „keinen Strich gelernt“, kritisierte Wolff weiter.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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