Live-Übertragungen

Fußball-WM: Geschrumpftes Public Viewing-Angebot

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Auch bei dieser WM wollen viele Fans beim Public Viewing mitfiebern. Im Rhein-Main-Gebiet gibt's aber nicht überall öffentliche Live-Übertragungen.

Frankfurt - In nicht einmal vier Wochen ist es soweit: Die Fußball-WM in Brasilien beginnt. Vor allem bei den Spielen der deutschen Elf ist wieder "Rudelgucken" angesagt. Doch nicht überall ist das möglich. Von Isabell Scheuplein

Wenn die deutsche Mannschaft in Brasilien um den Weltmeistertitel kämpft, wollen natürlich auch in Hessen möglichst viele Fußballfans zuschauen. Und zwar nicht alleine, sondern mit vielen anderen zusammen beim Public Viewing oder "Rudelgucken". Da viele Spiele erst spät am Abend übertragen werden, ist bei den Ordnungsbehörden Fingerspitzengefühl gefragt. Fragen und Antworten zum Thema:

Wo wird es große Live-Übertragungen geben?

Die größte Veranstaltung geht in der Frankfurter Commerzbank-Arena über die Bühne, alle Deutschland-Spiele werden dort für Zehntausende Fans auf eine riesige Leinwand übertragen. In Wiesbaden können bis zu 5000 Fußballfans die Spiele der deutschen Mannschaft im Kurpark kostenlos anschauen - auch nach Mitternacht. Sollte die deutsche Elf sehr weit kommen, will die Stadt über einen größeren Platz nachdenken. In Fulda gibt es Public Viewing im Innenhof des Vonderau Museums, in Gießen in der "WM-Arena" im Schiffenberger Tal am Stadtrand.

Mit welchen Auflagen müssen die Fans rechnen?

Das ist unterschiedlich, teils sind nur Glasflaschen untersagt, teils dürfen gar keine Getränke mitgenommen werden - je nachdem, ob es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt oder nicht. Geplant sind auch Einlasskontrollen. Wenn sich Fans zu arg daneben benehmen und wenn es zu laut wird, wollen Polizei und Ordnungsbehörden einschreiten.

Warum ist das Angebot an nicht-privat organisierten Großveranstaltungen im Gegensatz zum Fußballsommer 2006 geschrumpft?

Unter anderem verzichtet die Stadt Frankfurt auf ein eigenes großes Public Viewing, ebenso Hanau und Offenbach. Als Gründe werden die hohen Kosten und Sicherheitsauflagen genannt. Frankfurt müsste einen sechsstelligen Betrag zuschießen, schätzt die Stadt. In Offenbach wäre es eine mittlere fünfstellige Summe. "Aufwand und Kosten sind zu hoch", heißt es auch in Hanau. Zum Trost verweisen die Städte auf Gaststätten, in die die Fans zum "Rudelgucken" gehen können und von denen viele auch draußen Fernsehübertragungen planen.

Die Spiele werden zum Teil sehr spät am Abend übertragen. Wie gehen die Ordnungsämter damit um?

Für die großen Public Viewing-Veranstaltungen gibt es eine Ausnahmeregelung vom üblichen Lärmschutz, die Regelung für Gaststätten steht noch aus. Teilweise wurde bereits beschlossen, die sehr späten Spiele nicht zu übertragen. So werden in Bad Wildungen - dort gibt es "Rudelgucken" in einer Festhalle auf dem Schützenplatz - Gruppenspiele mit Anstoßzeiten um oder nach Mitternacht nicht gezeigt. Ebenso im Fuldaer Vonderau Museum. Ansonsten herrscht Zuversicht, dass es nicht zu größeren Problemen kommen wird. "In der Regel kann man sich darauf verlassen, dass sich Leute an Lärmbeschränkungen halten", sagte ein Sprecher in Darmstadt.

Wer in Frankfurt die Spiele verfolgen will, kann sich auf eine riesige Leinwand freuen. Mit 400 Quadratmetern habe sie die Dimensionen eines Basketballfelds, sagte Dominik Kuhn vom Radiosender FFH heute. Der Sender veranstaltet das Public Viewing zusammen mit der Commerzbank-Arena.

Gezeigt werden alle Spiele der deutschen Elf. Zum Auftakt Deutschland gegen Portugal am 16. Juni wollen Moderator Daniel Fischer und Live-Act Olaf Henning die Fans schon vor dem Spiel in Stimmung bringen.

Tickets, die gleichzeitig Fahrkarten für die Anreise mit dem RMV sind, kosten im Vorverkauf 8 Euro, an der Tageskasse 10 Euro.

dpa

Quelle: op-online.de

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