Future Convention im Museum für Kommunikation

Frische Ideen

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Geld für Innovation: Die Preisträger der Future Convention im Museum für Kommunikation.

Frankfurt - Längst nicht mehr nur Science Fiction: Studenten präsentierten auf der zweiten „Future Convention – Next Level Communication“ ihre Ideen für die Zukunft. Die besten zehn Konzepte wurden mit jeweils 1 000 Euro ausgezeichnet. Von Eva-Maria Lill 

Das Museum für Kommunikation in Frankfurt ist ein Innovationsmosaik. 70 kleine Tische, dazwischen 700 Besucher, Stimmengewirr: „Und was hattest du für eine Idee?“ Jeder spricht von der Zukunft, als wäre sie schon da. Es wird spekuliert, imaginiert, diskutiert. Die „Future Convention“ ist ein Schmelztiegel für frische Ideen und alteingesessene Industrie, in dem die Luft nach reger Gedankenrevolution riecht.

Doch die Veranstaltung vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) ist nicht nur Austauschplattform. Neben Vorträgen und Visionen gibt es auch eine Preisverleihung. Bis Ende September hatten Universitäten Zeit, sich mit Projekten zu bewerben. Die siebzig Finalisten präsentieren ihre Entwürfe, die besten zehn bekommen jeweils 1 000 Euro. Gestiftet wird das Geld von der Wirtschaftsförderung, der IHK sowie der Landesanstalt für Rundfunk und Neue Medien. Der Preis wird bereits zum neunten Mal verliehen, neu sind verschiedene Kategorien wie „Unterhaltung“, „Gesundheit“ und „Arbeitswelt“.

Visuelles Koffein, Medizinhandschuhe und 3-D-Drucker für Restaurants: Viele ausgezeichnete Projekte klingen nach Zukunftsmusik. So auch „Infinite Travel“ von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hof. Kenjo Duong und Felix Droessler studieren dort Mediendesign im sechsten Semester. Ihr Projekt: Die Verbindung von virtueller Welt und Kunst. Ausgangspunkt ist die „Motion Bank“ der Offenbacher Hochschule für Gestaltung in Kooperation mit der Forsythe Company Frankfurt. Diese Initiative hatte das Tanzstück „No Time to Fly“ von Deborah Hay von der Bühne auf den Rechner übertragen. Mehrere Terabyte Positionsbestimmungen, ellenlange Zahlenkolonnen, Binäres statt Ballett. Aufgabe von Duong und Droessler war es, die Daten zurück in Bilder zu transformieren.

Verstehen Sie E-Mobilität?

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Entstanden ist eine dreidimensionale Kunstwelt, in der Tänzerbewegungen auf Objekte und Licht übertragen werden. Durch eine Virtual-Reality-Brille ist der Zuschauer mitten im Geschehen und kann sich entscheiden, welchen Teil der Szenerie er bestaunen will. „Das Besondere ist das Re-Visualisieren von abstrakten Zahlen, das Übertragen von analoger in digitale Kunst und die Möglichkeit, den Standpunkt zu verändern“, erklärt Droessler. „Infinite Travel“ wurde in der Kategorie „Medien“ ausgezeichnet.

Besonders lautstark geht es am Stand von Benjamin Böhm zu. Gemeinsam mit Kommilitonen hat er „Stimmmaler“ entwickelt. Der Name ist Programm: Mit Hilfe eines Megafons können Laute in Bilder übertragen werden. Die Tonhöhe bestimmt die Farbe, das Stimmvolumen den Pinselstrich. Nicht bloß Kindergeburtstag-Alternative für lärmresistente Eltern, wie der Student von der Fachhochschule Mainz verrät: „Ursprünglich haben wir Stimmmaler nur zum Spaß entwickelt. Dann wurden wir aber von Logopäden angesprochen und auf den gesundheitlichen Nutzen aufmerksam gemacht. Häufig trauen sich Patienten nicht, mit der eigenen Stimme zu experimentieren. Unser Programm löst Hemmungen.“ Inwiefern andere Preisträger ihren Weg tatsächlich in die Industrie finden werden, bleibt abzuwarten.

Quelle: op-online.de

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