In ganz anderem Licht

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Die Installation „Heavy Medium Light“ des Künstlerduos Kehres & Hungerer zeigt Lampenschirme aus aller Welt. Gezeigt wird sie im Kunstverein Familie Montez in Frankfurt.

Frankfurt/Offenbach ‐ Bei Lichte besehen, wird sich der Zauber der Luminale vielleicht nicht gleich offenbaren. Sind die vielen Projekte aber erst einmal ins rechte Licht gesetzt - ist also die Nacht hereingesunken - dann werden Frankfurt und Offenbach in der Zeit von 11. bis 16. April um die Wette leuchten. Von Christian Riethmüller

An diesen Apriltagen findet in Frankfurt die Messe „Light+Building“ statt und parallel dazu zum nunmehr fünften Mal die „Luminale - Biennale der Lichtkultur“. Insgesamt 157 Projekte werden Frankfurt und Offenbach in ein öffentlich zugängliches Lichtlabor verwandeln. Projekte sind auch in Darmstadt, Hattersheim, Mainz, Wiesbaden, Aschaffenburg und Großkrotzenburg geplant.

Wie Luminale-Kurator Helmut Bien gestern bei der Programmpräsentation im Senckenbergmuseum sagte, widmet sich das Festival diesmal den Themenschwerpunkten Digitales Licht/LED, Energieeffizienz und Interaktivität, also der Kombination von Licht, Klang und anderen Medien. Bien verwies zudem mit einigem Stolz auf die wachsende Internationalisierung der Luminale, bei der diesmal immerhin 48 Designer, Architekten und Künstler aus dem Ausland mit ihren Arbeiten vertreten sein werden. Die stärkste Gruppe kommt in diesem Jahr aus Italien (15 Teilnehmer), gefolgt von den Niederlande (14), Großbritannien (6), Australien (4), China (3), Frankreich und Belgien (jeweils 2) sowie Griechenland und den USA (jeweils 1 Teilnehmer).

Neben den 157 Lichtprojekten stehen außerdem noch 165 Veranstaltungen auf dem Programm: Von Bus-Touren über Bootsfahrten bis hin zu Partys. Infos auf der Internetseite.

Gemeinsam mit den deutschen Künstlern werden sie vor allem die Innenstädte von Frankfurt und Offenbach in einem ganz anderen Licht zeigen. So werden erstmals die Wallanlagen, der „grüne Ring“ um das Frankfurter Stadtzentrum, mittels verschiedener Lichtprojekte illuminiert, im Palmengarten leuchten mit Licht aufgeladene Taschen den Weg durchs Dunkel, während etwa in der Offenbacher Innenstadt das größte Glühbirnendenkmal Deutschlands entstehen soll.

Zu den weiteren Höhepunkten des Festivals gehören auch die Ausstellung „Luces“ im Archäologischen Museum, die bereits ab 9. April Installationen italienischer Licht-Designer zeigt, oder die Installation „Heavy Medium Light“ des Künstlerduos Kehres & Hungerer, die im Kunstverein Familie Montez (Breite Gasse 24) eine Komposition zahlloser Lampenschirme aus aller Welt präsentiert.

Für Aufsehen dürfte auch das Projekt „Licht.Anamorphose“ sorgen, das die Hauptwache in ein räumliches Lichträtsel verwandeln soll. Das Konzept von Prof. Wolfgang Rang ist mit dem mit 30 000 Euro dotierten Mainova-Preis „Licht! Kunst! Effizienz!“ ausgezeichnet worden. Den Nachwuchspreis erhält Sophia Polywka, Studentin an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, für ihr im Palmengarten zu sehendes Projekt „light to go: Nimm ein Stück Licht“.

Quelle: op-online.de

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