Vorzeitig aus Gefängnis entlassen

Häftlinge können Weihnachten zu Hause feiern

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Wiesbaden - Gnadenerweis der Justiz: Etwa 200 hessische Gefangene, die derzeit noch hinter Gittern sitzen, werden Weihnachten mit ihrer Familie verbringen können.

„Fröhliche Weihnacht“ für bis zu 200 hessische Gefangene hinter Gittern. Ist ihr Haftende absehbar und sitzen sie eine vergleichsweise kurze Strafe ab, werden sie vorzeitig aus der Gefängnis entlassen. Die Häftlinge profitieren dabei auch in diesem Jahr von der Weihnachtsamnestie, sagte ein Sprecher des Justizministeriums heute. Er schätzt die Zahl der davon profitierenden Gefangenen auf „zwischen 150 und 200“.

„Wir wollen mit diesem Gnadenerweis den Menschen die Möglichkeit geben, die Feiertage im Kreise ihrer Familien zu verbringen“, hieß es. Das gelte für Häftlinge ebenso wie für Justizbeamte, die bei einer reduzierten Zahl von Gefangenen nicht mehr in voller Zahl benötigt würden.

Voraussetzung für eine vorzeitige Entlassung

Infrage kommen in Hessen aber nur Häftlinge, deren Zeit im Gefängnis ohnehin bis zum 5. Januar 2013 geendet hätte. Voraussetzung für eine vorzeitige Entlassung ist zudem, dass Unterkunft und Lebensunterhalt sichergestellt sind. Die Staatsanwaltschaften prüften außerdem jeden Einzelfall. Die genaue Zahl der Häftlinge mit Weihnachtamnestie steht erst Anfang nächsten Jahres fest. Ähnliche Regelungen für einen Gnadenakt gibt auch in den meisten anderen Bundesländern.

Aber nicht jeder, der die theoretischen Voraussetzungen erfüllt, wird das Fest zu Hause verbringen können, sagte der Ministeriumssprecher. „In Wiesbaden haben wir sechs mögliche Kandidaten, allerdings gibt es bei vier von ihnen keinen Anlass für einen Gnadenerweis.“

Nicht die Gefangenen haben einen Vorteil, auch der Staat spart Geld: Ein Hafttag kostet nach Angaben des Justizministeriums etwa 100 Euro. Dadurch wurden im vergangenen Jahr, als die Weihnachtsamnestie 161 Häftlinge betraf, rund 4000 Hafttage eingespart.

dpa

Quelle: op-online.de

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