Geldautomaten-Betrug nimmt deutlich zu 

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Der Betrug an Geldautomaten nimmt in Frankfurt deutlich zu.

Frankfurt - Das Manipulieren von Geldautomaten - das so genannte Skimming - nimmt deutlich zu: Während sich im Vorjahr im Vergleichszeitraum sechs Skimmingangriffe ereigneten, so sind in diesem Jahr laut Polizei bereits 21 Angriffe und 12 schwere Diebstähle von Kartenlesegeräten an Türöffnern der Geldinstitute verzeichnet worden.

Von den betrügerischen Abhebungen, die typischerweise im Ausland getätigt werden, sind bisher über 200 Bankkunden betroffen, der Gesamtschaden beläuft sich bereits auf rund 330.000 Euro. Insbesondere in den letzten zwei Monaten gingen die Fallzahlen rasant nach oben: So ereigneten sich alleine seit Anfang August insgesamt 11 Skimmingangriffe auf acht Geldautomaten unterschiedlicher Geldinstitute im Frankfurter Stadtgebiet und fünf Diebstähle von Kartenlesegeräten der Türzugangsöffner.

Diese Diebstähle sind direkte Vorbereitungshandlungen für spätere Manipulationen von Geldautomaten deutschlandweit. Zudem lässt sich feststellen, dass die Täter in verschiedenster Art vorgehen: Zum Ausspähen der Kartendaten werden sowohl Türzugangskontrollgeräte mit Kartenlesegeräten manipuliert, als auch der Karteneinzugsschacht des Geldautomaten selbst.

Die Aufzeichnung der PIN erfolgt zudem nicht mehr ausschließlich durch das Anbringen einer Kameraleiste am Geldautomaten selbst. So wurden in der jüngsten Vergangenheit auch vorhandene Rauchmelder oder Deckenverkleidungen mit den winzigen Kameras versehen. Ebenso wie das Auflegen einer baugleichen Tastatur über der geräteeigenen Tatstatur. Hierbei wird die Eingabe der PIN gespeichert, zeitgleich wird die eingegebene PIN an den Geldautomaten weitergegeben, so dass der Kunde seine Transaktion durchführen kann, aber nichts vom Datenabgriff bemerkt.

Im Visier vor allem Geldautomaten in der Fressgass

Im Visier der Kriminellen stehen vor allem Geldautomaten in der Frankfurter Innenstadt, die für die Täter deshalb lukrativ sind, weil starkes Publikumsaufkommen eine maximale Ausbeute ausgespähter Kontodaten erwarten lässt. Bevorzugt werden Wochenenden, weil außerhalb der Geschäftszeiten das Entdeckungsrisiko relativ gering ist. In mehreren Fällen konnten die Manipulationen von aufmerksamen Kunden entdeckt und das Skimming-Equipment sichergestellt werden, so dass es zu keinen betrügerischen Abhebungen kam.

Ein Bankmitarbeiter demonstriert die Skimming-Technik. Beim Ausspionieren fremder Geldkartendaten setzen Kriminellen vielfach Kameras ein, Türen der Bankfilialen zu den Geldautomaten werden beschädigt und auch neueste Elektronik benutzt.

Ein Schwerpunkt hat sich bei zentral gelegenen Banken und Sparkassen in der Bockenheimer Straße (Fressgasse) entwickelt: Von August bis Mitte September gelang es unbekannten Tätern in drei Fällen erfolgreich ausgespähte Kartendaten zu betrügerischen Abhebungen im Ausland, überwiegend in London, zu nutzen. Allein bei diesen drei Fällen sind bis jetzt 82 Bankkunden von den betrügerischen Machenschaften betroffen, die Schadenssumme beläuft sich derzeit auf 133.000 Euro. Da zeitverzögert immer noch Strafanzeigen erstattet werden, ist mit einem weiteren Anstieg der Geschädigtenzahl und der Schadenssumme zu rechnen.

ots

Quelle: op-online.de

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