Kriminalitätsstatistik

Kommentar: Gemischte Gefühle

Frankfurt ist Deutschlands gefährlichste Stadt - jedenfalls laut aktueller Kriminalitätsstatistik. Ein Handicap für die Metropole ist aber seit Jahren, dass auch Delikte, die auf dem größten deutschen Flughafen verübt werden, einfließen. Von Peter Schulte-Holtey

 Experten sprechen hier von „importierter Kriminalität“, wie etwa Drogenschmuggel oder illegale Einreise. Dass auch die hunderttausenden Pendler, die zum Arbeiten nach Frankfurt kommen, von den Statistikern nicht berücksichtigt werden, zeigt, mit welcher Skepsis den Zahlen für einzelne Städte zu begegnen ist.

Trotzdem lohnt sich der Blick auf die bundesweite Kriminalitätsentwicklung. So gibt es viele Lichtblicke. Die Zahl der registrierten Diebstähle sank auf ein Rekordtief. Besonders stark gingen Diebstähle aus Kraftfahrzeugen zurück. Fazit: Kampf gegen Kriminalität ist nicht nur Sache der Polizei. Das verstärkte Sicherheitsdenken in der Bevölkerung bringt Erfolge.

Gemischte Gefühle bei der Auswertung der Gewaltdelikte: Auch wenn die Kriminalstatistik nun erstmals seit neun Jahren wieder insgesamt günstigere Zahlen aufweist, sollten sich Politiker stets klarmachen, dass die aufgelisteten Fälle nur jenen kleineren Teil des Eisbergs aufzeigen, der aus dem Wasser ragt. Experten gehen von einer Dunkelziffer von mehreren Millionen Straftaten im Jahr aus. Mit anderen Worten: Wenn die erfassten Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung steigen (es sind 9,1 Prozent), dann mag man sich gar nicht vorstellen, in welchem Maße die Übergriffe im Verborgenen zugenommen haben. Was die Bevölkerung bei der Abwehr wachsender Brutalität wirklich beruhigen würde, kostet freilich Geld: benötigt werden mehr und besser ausgestattete Polizeibeamte.

Quelle: op-online.de

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