Genehmigung mit Auflagen

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Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg.

Darmstadt/Wiesbaden/Hanau - Dem Bau eines neuen Steinkohleblocks für das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg steht nach Ansicht der Landesplanung nichts entgegen.

Der Darmstädter Regierungspräsident Gerold Dieke (FDP) unterzeichnete am Freitag die landesplanerische Beurteilung für das Milliardenprojekt von E.ON. Er machte dem Energiekonzern aber Auflagen: Die Grenzwerte für die Schadstoffbelastung müssten deutlich unterschritten und drei alte Blöcke stillgelegt werden. Diese Maßgaben gehen auch in das immissionsschutzrechtliche Zulassungsverfahren ein, das nun für die Erweiterung des Staudinger-Kraftwerks beginnt.

Es dürfe außerdem kein anderer Brennstoff als Steinkohle verwendet werden. Die Möglichkeiten zur Auskoppelung von Fernwärme müssten so weit wie möglich ausgeschöpft werden, erklärte Dieke. Die hessischen Grünen kritisierten die Vorentscheidung für den Bau des sechsten Kraftwerksblocks bei Staudinger. „Mit dieser Entscheidung wird dem Klimaschutz ein Bärendienst erwiesen“, sagte der Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir. Die Auflagen könnten nicht darüber hinwegtäuschen, „dass das Kohlekraftwerk mit einer Energieausnutzung von nur 46 Prozent ineffizient sein wird“.

Der Ausbau des Kraftwerks mit einem höheren Kühlturm und größeren Kühlwasserschwaden bedeute „erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild“, schrieb Dieke in der Stellungnahme. Andererseits sei es zur künftigen Stromversorgung erforderlich, „gerade am Standort Staudinger ein Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1 100 Megawatt zu errichten und zu betreiben“. Eine Stabilisierung des Stromnetzes sei auch Voraussetzung für den Ausbau alternativer Energien. Insgesamt verringere sich durch den neuen Block die Belastung der Luft mit Stickoxiden, Schwefeloxiden, Staub und Schwermetallen.

E.ON will bis 2013 für 1,23 Milliarden Euro den sechsten Staudinger-Block errichten. Er soll die drei ältesten Blöcke an dem Standort ersetzen.

Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigte sich verärgert über die Vorgehensweise des Regierungspräsidiums. Es bleibe der Eindruck, das Raumordnungsverfahren sei „lediglich der Versuch gewesen, eine gewisse Scheinobjektivität bei der Bewertung des Kraftwerk-Ausbaus zu wahren“, sagte Kaminsky einer Mitteilung zufolge.

dpa/re

Quelle: op-online.de

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