Genug Platz für neuen Wohnraum

Frankfurt - Die Attraktivität des Rhein-Main-Gebiets ist ungebrochen und dementsprechend stark der Zuzug in die Region. Das hat vor allem Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Von Christian Riethmüller

Dabei gibt es nach Einschätzung des Regionalverbands FrankfurtRheinMain noch reichlich Platz für neuen Wohnraum. Wie der Verband gestern bei der Vorstellung seines ersten Flächenmonitoring-Berichts in Frankfurt mitteilte, sind rund 7,8 Prozent der im Regionalen Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2010 eingeplanten Wohnflächen bislang bebaut. Dies seien 183 Hektar von möglichen 2350 Hektar im Gebiet des Regionalverbands, das sich insgesamt auf rund 250 000 Hektar erstreckt.

Birgit Simon (Grüne), Erste Beigeordnete des Regionalverbands, sieht daher noch genug Potenzial für weiteren Wohnungsbau in der Region, ohne dass weitere Flächen in Anspruch genommen werden müssten. Simon wies in diesem Zusammenhang auf die jüngste Baurechtsnovelle hin, nach der jede Kommune erst nachweisen müsse, dass es innerhalb des Ortes keine Möglichkeiten mehr zu bauen gebe, bevor die „grüne Wiese“ zum Bauland erklärt werden könne. Dem Trend zur Verdichtung in besonders nachgefragten Stadtquartieren etwa in Frankfurt oder Offenbach will Simon nicht das Wort reden. „Die Bebauung in den Kommunen soll nicht auf Kosten der Wohnqualität gehen“, sagt sie, gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass sich die Siedlungsfläche in der Rhein-Main-Region in den vergangen 60 Jahren mehr als verdreifacht habe, die Bevölkerung aber nur um den Faktor 1,7 gewachsen sei.

Wie der Regionalverband gestern weiter mitteilte, hat er eine neue Richtlinie zum Flächenausgleich bei Änderungsverfahren im Flächennutzungsplan verabschiedet. Wollen Kommunen neue Wohnbau-, Gewerbe-, Gemeindebedarfs- und Sonderbauflächen ausweisen, müssen diese ausgeglichen und entsprechend eingezeichnete Flächen wieder zu landwirtschaftlichen, ökologisch bedeutsamen, Grün- oder Waldflächen deklariert werden. Sollte dies nicht möglich sein, könne beispielsweise eine Gewerbe- für eine Wohnbaufläche ausgeglichen werden. Auch interkommunale Abmachungen seien hier möglich. Die Verbandskammer muss der Richtlinie noch zustimmen.

Quelle: op-online.de

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