Geocaching: Einige Regeln gehören dazu

+
Forstministerin Lucia Puttrich bei der Schatzsuche im Wald.

Wiesbaden - Der Blick ist fest auf den kleinen gelben GPS-Empfänger gerichtet, die Schönheit des Waldes bleibt erst einmal unbeachtet. Schließlich gilt es, den ersten Cache zu finden. So nennt man in der Welt des Geocaching ein Versteck für die digitale Schatzsuche. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Ziel des neuen Freizeittrends ist es, solche Verstecke mit Hilfe von Koordinaten zu finden, die man zuvor in das satellitengestützte Navigationsgerät eingegeben hat. Die Koordinaten gibt‘s im Internet auf speziellen Seiten für die Schatzsucher.

Nach etwa 240 Metern, brav zurückgelegt auf den Wegen des Kammerforstes im Rheingau, entdecken wir das erste Schatz-Röhrchen unter einem Stück Altholz am Wegesrand. Der Unterstand eines Jägers gleich daneben ist für Geocacher genauso tabu wie für den Spaziergänger. Hessenforst-Sprecherin Petra Westphal lobt das Versteck, denn die Förster sehen es nicht gern, wenn die Schatzsucher quer durch den Wald unterwegs sind. Cache Nummer zwei liegt unter einer Wurzel, dabei wäre ein großer umgefallener Baum weit abseits des Wegs sicher attraktiver.

Was nur das geschulte Auge erkennt

Hannah Böhnisch von der Wanderjugend berät Geocacher.

Was nur das geschulte Auge erkennt: In der Nähe jenes Baumes befindet sich ein Waldschnepfen-Brutgebiet. Zwar sind auch Spaziergänger mal abseits der Wege unterwegs, ein Cache jedoch lockt gezielt auf Routen, die dann schnell Lebensräume von Pflanzen und Tieren zerstören. Auch in Steinbrüchen, in denen Wanderfalken brüten, haben die Förster schon Caches gefunden - dort versteckt aus Unkenntnis.

Einen Cache zu entfernen reicht allein nicht, erklärt Hannah Böhnisch von der hessischen Wanderjugend, „man muss dann auch die Koordinaten im Netz löschen lassen.“ Die Wanderjugend unterstützt zwei der wichtigsten Homepages für Geocacher und bietet Schulungen an.

Generell haben auch die Förster nichts gegen die moderne Freizeitbeschäftigung, „man muss aber Regeln im Wald beachten“, so Westphal. Forstministerin Lucia Puttrich (CDU), die sich ebenfalls in die Geheimnisse des Geocaching einweihen lässt, ist für Regeln, aber gegen Verbote: „Wir wollen, dass die Menschen in den Wald gehen. Denn nur, was man kennt, schützt man.“

In Deutschland 350.000 Caches

Böhnisch schätzt, dass es in Deutschland 350.000 Caches gibt, 21.000 davon in Hessen. Oft werde auf den Seiten auch auf die Besonderheiten der Gegend hingewiesen, wobei es sich nicht immer um Wald handele.

Manchmal kann die Schatzsuche auch unangenehm werden. In Rheinland-Pfalz wurden Geocacher kürzlich von Bahngleisen geholt, in Bad Wildungen vermuteten Kurgäste, dass es sich bei den Caches um Drogenverstecke handelte.

Quelle: op-online.de

Kommentare