Erstes Geothermie-Kraftwerk Hessens

Saubere Wärme aus der Erde

In Insheim (Rheinland-Pfalz) läuft bereits ein Geothermiekraftwerk. Dies sind Behälter, die zum Austausch der Wärme genutzt werden.

Groß-Gerau/Trebur - Erstmals soll in Hessen für Strom und Wärme ein Kraftwerk Erdwärme aus großer Tiefe holen. Das Geothermiekraftwerk könne östlich von Trebur im Kreis Groß-Gerau entstehen, teilte der Energiedienstleister Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) gestern mit.

Wenn alles klappt, dürfte der Bau 2016 fertig sein. Der Antrag auf Genehmigung werde nächstes Jahr beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht. Rund 7200 Haushalte sollen mit Strom, etwa 400 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Die Investitionen sind auf fast 40 Millionen Euro veranschlagt, die Kosten für die Wärmeversorgung fehlen hier aber noch. Das Überlandwerk ist eine Tochter der Stadtwerke Mainz AG.

Die Gemeinde Trebur begrüßte das Projekt. „Wir leisten damit unseren Beitrag zur Energiewende“, sagte Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU). Der nördliche Oberrheingraben, in dem der Kreis Groß-Gerau liegt, gilt als besonders geeignet für die Gewinnung von Erdwärme. Gebohrt werden soll in einer Tiefe zwischen 2500 und 3500 Meter.

Der Entscheidung sei eine mehr als fünfjährige Planung vorausgegangen, teilte ÜWG weiter mit. Der Standort östlich von Trebur halte über einen Kilometer Abstand zur Ortsgrenze von Nauheim ein sowie genügend Abstand zur Wohnbebauung. Der Standort liege außerhalb von Naturschutz-, Wasserschutz-, Artenschutz- und Naherholungsgebieten. „Damit werden wesentliche Forderungen der Bevölkerung erfüllt“, sagte ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne. 

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare