Gepfefferte Rechnung für angebliche Telefonsexdienste

+
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hessen flattern vielen Bürgern derzeit dubiose Rechnungen über angeblich in Anspruch genommene Telefonsexdienstleistungen ins Haus.

Frankfurt ‐ Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hessen flattern vielen Bürgern derzeit dubiose Rechnungen über angeblich in Anspruch genommene Telefonsexdienstleistungen ins Haus. Absender sei eine Firma namens „Pepper United S.R.O.“ mit Postfachadresse in Petersberg bei Fulda. Von Peter Schulte-Holtey

Die Verbraucherzentrale hat hier nur einen Rat: „Nicht zahlen, gegebenenfalls der Zahlungsaufforderung widersprechen und sich nicht von Mahnungen und Inkassoschreiben verunsichern lassen.“ Es sei eine alte Masche, die scheinbar immer wieder ziehe: Telefonabzocke. Bereits Anfang 2009 wurde nach Angaben der Verbraucherschützer vor Rechnungen einer Firma TRC Telemedia, später dann vor der MB Direct Phone Ltd. gewarnt. „Sie verschickte Rechnungen in Höhe von 75 Euro“, heißt es: „Wenig später folgten Mahnungen, in denen stand, dass vom Telefonanschluss der betroffenen Verbraucher durch Anwahl bestimmter Festnetznummern eine Telefonsexdienstleistung in Anspruch genommen wurde.“

Jetzt seien wieder Rechnungen in ähnlicher Aufmachung im Umlauf. „Pepper United S.R.O.“ nenne sich eine Firma, die mit der gleichen Postfachadresse „1107“ in Petersberg und einem ähnlichen Rechnungslayout wie seinerzeit die TRC Telemedia bzw. MB Direct Phone Ltd. entweder selbst oder angeblich im Auftrag einer „Roxborough Management Inc.“ Rechnungen an zumeist nichts ahnende Verbraucher verschickt habe. Wer nicht zahle, bekomme Mahnungen mit deutlich erhöhten Forderungen bis zu 190 Euro. Name und Anschrift der Verantwortlichen fehlten im Briefkopf.

Bei gerichtlichem Mahnbescheid reagieren

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Zahlungsverpflichtung nur besteht, wenn eine kostenpflichtige Leistung tatsächlich bestellt oder vereinbart war. Die betroffenen Verbraucher sollten gegebenenfalls der Forderung schriftlich widersprechen und vor allem die Zahlung verweigern. Weiter heißt es: „Dass tatsächlich ein wirksamer Vertrag geschlossen worden ist, muss im Streitfall der Anbieter beweisen. In Deutschland gibt es für telefonische Dienstleistungen Mehrwertdienstenummern, die zum Beispiel mit 0180 oder 0900 beginnen und festen Regeln unterworfen sind. Wer diese Regeln durch Erotikangebote über die Anwahl anderer Rufnummern - in diesem Fall Festnetznummern - umgehen will, wird spätestens bei der Durchsetzbarkeit seiner angeblichen Forderungen Schwierigkeiten bekommen.“

Reagieren sollten betroffene Verbraucher jedenfalls dann, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt werden sollte. Gegen diesen kann binnen einer Frist von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden. Der behauptete Zahlungsanspruch des Anbieters wird dann in einem Gerichtsverfahren geklärt. Der Verbraucherzentrale ist allerdings noch kein Fall bekannt geworden, in dem die „Petersberger“ Firma einmal seine Drohung wahr gemacht und die angeblichen „Schulden“ per Mahnbescheid oder Klage gerichtlich durchgesetzt hat.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare