6000 Euro Strafe für Autobahn-Drängler

Frankfurt - Zu einer Geldstrafe von 6000 Euro  wegen Nötigung hat das Frankfurter Amtsgericht heute einen Bauunternehmer verurteilt. Der 63-Jährige hatte im vergangenen Jahr innerhalb von nur 30 Minuten auf der A-5 sieben Autos bedrängt.

Mit dichtem Auffahren und Lichthupe hatte er die Vorausfahrenden von der linken Spur verscheucht, um überholen zu können.  Dabei war der Mann zwischen Zeppelinheim und Friedberg einer Zivilstreife aufgefallen, deren Fahrzeug er zuerst genötigt hatte.

Vor Gericht wurden die Videoaufzeichnung der Polizeibeamten nicht benötigt, da der Angeklagte sich geständig zeigte. Er sei an jenem Vormittag dringend auf eine von ihm betreute Baustelle gerufen worden, verteidigte er sich. In einem Haus hätten sich giftige Dämpfe entwickelt, die bei den Bewohnern bereits gesundheitliche Beschwerden verursachten. Deshalb sei er während der Fahrt in Panik geraten und zu schnell gefahren. Der 63-Jährige entschuldigte sich bei den Genötigten. Er wies darauf hin, dass er seit fast 50 Jahren durchschnittlich 45 000 Kilometer im Jahr fahre und sich noch nie etwas habe zuschulden kommen lassen.

Das Gericht ließ sich von diesen Umständen milde stimmen. So konnte der Angeklagte nach dem Urteil seinen Führerschein wieder bei der Staatsanwaltschaft abholen. Acht Monate hatte er darauf verzichten müssen, was für den selbstständigen Geschäftsmann offenbar starke finanzielle Nachteile hatte. „Wir glauben, dass Sie aus dem Vorfall gelernt haben und künftig nicht mehr ein solches Fahrverhalten an den Tag legen, selbst wenn Sie in Eile sind“, begründete der Vorsitzende Richter Felix Rupp das Urteil. Selbst Ärzte dürften bei einem Einsatz mit dem Privatwagen nicht die Geschwindigkeit missachten oder andere Autofahrer nötigen, betonte er.

dpa

Quelle: op-online.de

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