Das Schweigen des Fundamentalisten

Frankfurt - Ein mutmaßlicher Terrorhelfer steht in Frankfurt vor Gericht. Zu den ihm vorgeworfenen Taten schweigt der Man aus Offenbach bislang.

Erneut steht in Frankfurt ein mutmaßlicher Al-Kaida-Helfer vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft legt dem 26 Jahre alten Deutsch-Türken aus Offenbach unter anderem zur Last, Propagandavideos im Internet verbreitet und Sprengstoffanschläge auf amerikanische Einrichtungen und deutsche Politiker vorbereitet zu haben. Zum Prozessauftakt vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) am Freitag schwieg der Angeklagte. Bei einer Durchsuchung seines Elternhauses in Offenbach hatte die Polizei Fernzündungsvorrichtungen und Sprengstoffgemisch sichergestellt.

Im Oktober 2009 war der 26-Jährige verhaftet, nach rund zehn Monaten Untersuchungshaft aber im vergangenen Juli wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Am ersten Verhandlungstag berichtete Senatsvorsitzender Thomas Sagebiel von einem Gespräch zwischen dem Gericht, Vertretern der Bundesanwaltschaft und der Verteidigung, bei dem es um eine Höchststrafe von dreieinhalb Jahren Haft im Falle eines Geständnisses gegangen sei. Die Verteidigung habe den Zeitpunkt für eine derartige „Verständigung“ aber noch als zu früh angesehen.

Laut Anklage soll sich der 26-Jährige über mehrere Jahre Spezialwissen über die Herstellung von „hochbrisanten Sprengstoffen“ angeeignet und an potenzielle Attentäter weitergegeben haben. Richter Sagebiel appellierte an ihn, er solle seine „Intelligenz dazu nutzen, um in dem Prozess vernünftig mitzuarbeiten“. Das sei für seine Zukunft von großer Wichtigkeit.

Vor dem OLG in Frankfurt hatte es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Prozesse gegen Terror-Helfer gegeben. Zuletzt war im Mai ein 25-Jähriger zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, der in einem Terror-Camp in Pakistan für Kampfeinsätze ausgebildet worden war. Der Deutsch-Syrer hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt und die deutschen Behörden über mögliche Anschläge informiert. Es wird von einer Prozessdauer von mehreren Monaten ausgegangen.

dpa

Quelle: op-online.de

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