Geschmack und Wurftechnik

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Das Auge trinkt mit. „Flairtender“ bieten Jonglage und die Kunst des Cocktail-Mixens.

Frankfurt - Basilikum, Rosmarin und Schafjoghurt – Was sich liest wie ein Ausschnitt aus der Zutatenliste für ein schmackhaftes, mediterranes Gericht, kommt längst nicht mehr nur in der Küche zum Einsatz. Von Thomas Holzamer

Daniel Pitthan

Gerade Kräuter erfreuen sich bei den kreativen Köpfen der deutschen Barkeeper zunehmender Beliebtheit. Das bewiesen auch die Kreationen der zwölf Finalisten bei der Deutschen Cocktail-Meisterschaft, die jetzt zahlreiche Besucher nach Frankfurt lockte. Mit Cocktails wie „Frau Gräfe“, „Hulk reloaded“ oder „Indian Summer“ kämpften die Teilnehmer um den Meistertitel. Doch kam es dabei nicht allein auf das richtige Rezept an, denn bewertet werden neben Aussehen, Aroma und Geschmack auch die Zubereitungszeit, die richtige Menge im Glas und ob der Barkeeper beim Mixen etwas verschüttet. „Der Stolz des Barkeepers liegt vor allem in der Technikwertung“, weiß Stephan Hinz. Der Kölner Bartender gewann den Titel im vergangenen Jahr und vertritt Deutschland im Herbst bei der Weltmeisterschaft. „Ob der Cocktail der Jury schmeckt, hat der Barkeeper nicht in der Hand, das ist einfach Geschmackssache“, sagt er. Die Technik haben die Teilnehmer aber sprichwörtlich sehr wohl selbst in der Hand.

Der beste Cocktail kam auch in diesem Jahr aus Nordrhein-Westfalen. Nachdem bereits 2010 die ersten drei Plätze an den Rhein gingen, überzeugte in diesem Jahr Daniel Pitthan aus dem Mojito’s in Düsseldorf die Jury mit seiner Kreation „Knob´s Maple Crusta“, einer Kombination aus Bourbon, Chartreuse, Ahorn und Zitrone. Auf den zweiten Platz kam Adriano Paulus aus Bayern mit seinem Drink „Amaglemi“, Dritter wurde Daniel Kroschinsky, ebenfalls aus dem Mojito’s in Düsseldorf, mit „The Mexican General“.

Neben der klassischen Mixkunst bewiesen auch die so genannten Flairtender, die die Zubereitung ihrer Cocktails mit kunstvollen Jonglier- und Wurfeinlagen zu einer kleinen Artistikvorstellung werden lassen, ihr Talent. Bewertet wird dabei neben der Technik und Schwierigkeit der einzelnen Wurffiguren auch das anschließende Ergebnis. Den Sieg in der Kategorie „Freestyle/Flairtending“ sicherte sich Tony Oliviero aus Frankfurt (Bar First-In) mit seinem Drink „Aromaticum“. Auf die Plätze zwei und drei kamen Sascha Winzeck aus Nordrhein-Westfalen und Marian Krause aus Mecklenburg-Vorpommern.

„Das Feld war diesmal wirklich hochklassig, da hat sich seit letztem Jahr viel bewegt in der Branche“, fasst Stephan Hinz, der Sieger von 2010, die Veranstaltung zusammen. Und auch zahlreiche Trends waren für das geschulte Auge zu erkennen. So gewannen vor allem die nicht-flüssigen Zutaten der Cocktails wie Früchte und Kräuter an Bedeutung. „Bei den Spirituosen ist gerade der Gin wieder im Kommen“, sagt Hinz.

Quelle: op-online.de

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