Gesetz erlaubt „Löschen“ am Arbeitsplatz

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Kreisbrandinspektor und Präsident des Landesfeuerwehrverbandes: Ralf Ackermann.

Ein wenig erleichtert hat der Hessische Landtag kürzlich die Suche nach zusätzlichen Feuerwehrleuten. Es wurde gestattet, dass Aktive den Einsatzabteilungen von zwei Feuerwehren angehören dürfen. Wer also zum Beispiel in Seligenstadt wohnt, aber in Jügesheim arbeitet, könnte,Mitglied der Feuerwehren beider Städte werden.

Hintergrund dieser Änderung im Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz ist die so genannte Tagesbereitschaft. Viele Angehörige Freiwilliger Feuerwehren arbeiten nicht in dem Ort, in dem sie wohnen. Geht tagsüber ein Alarm ein, stehen sie also nicht zur Verfügung.

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In Heusenstamm zum Beispiel hatte man daher schon vor Jahren bei Arbeitgebern in der Stadt um aktive Feuerwehrleute geworben, die zwar in der Schlossstadt arbeiten, aber nicht wohnen. Diese rücken nun tagsüber in Heusenstamm mit aus - abends, nachts und am Wochenende in ihrer Heimatstadt. Mit der Gesetzesänderung sind für solche Fälle nun Haftungs- und Versicherungsfragen ohne große Formalitäten eindeutig geklärt.

Ein weiteres großes Problem ist damit allerdings noch nicht gelöst: Immer mehr Arbeitgeber verbieten nämlich ihren Mitarbeitern, plötzlich alles stehen und liegen zu lassen, weil es irgendwo brennt. Der Kreis Offenbach zeichnet aus diesem Grund in jedem Jahr Firmen aus, die die Arbeit der Feuerwehren besonders unterstützen, etwa indem sie nicht nur für Einsätze, sondern auch für die Aus- und Weiterbildung von Feuerwehrleuten Mitarbeiter freizustellen bereit sind. Man hoffe, mit dem guten Beispiel auf diese Weise ausgezeichneter Firmen andere Unternehmen zur Nachahmung zu animieren, begründet Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann diese Initiative.

clb

Quelle: op-online.de

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