Schneller Fahndungserfolg

Polizei fasst Automatensprenger

Lollar/Frankfurt - Schon wieder wurde in Hessen ein Fahrkartenautomat der Bahn gesprengt. Doch diesmal hat die Polizei schnell zugeschnappt und einen 32-Jährigen festgenommen.

Nur kurze Zeit nach dem jüngsten Anschlag auf einen Fahrkartenautomaten der Bahn hat die Polizei im Frankfurter Hauptbahnhof einen bereits per Haftbefehl gesuchten Verdächtigen gefasst - nach ihm war wochenlang gefahndet worden. Der ehemalige Fremdenlegionär ist der dritte Tatverdächtige, der in Untersuchungshaft geht. Etwa drei Stunden vor seiner Festnahme war im mittelhessischen Lollar erneut ein Automat in die Luft geflogen.

Im Rucksack des festgenommenen 32-Jährigen entdeckten die Ermittler nach Angabe der Generalstaatsanwaltschaft neben 800 Euro auch eine Gaskartusche, Brennspiritus und einen Gasschlauch. Ähnliches Werkzeug kam bei den mehr als zwei Dutzend Taten der vergangenen Monate immer wieder zum Einsatz.

Die Täter gehen nach der gleichen Methode vor: Sie kleben die Öffnungen der Geräte zu und leiten Gas hinein. Das zusammen mit Sauerstoff entstehende Gemisch detoniert mit der Wucht einer Sprengstoffexplosion. Bis zu 60 Kilogramm schwere Trümmer schleudern häufig bis zu 15 Meter durch die Luft. So auch in Lollar, wo Teile auf eine angrenzende Straße flogen. Sie musste vorübergehend gesperrt werden.

Die Ermittler lasten dem 32-Jährigen mindestens neun Sprengungen an. Zwischen Ende April und Anfang Juni soll er unter anderem Geräte in Frankfurt, Maintal, Darmstadt und Dieburg zerstört und Bargeld sowie Blanko-Fahrscheinrollen erbeutet haben. Allein der Sachschaden wird auf jeweils 30.000 Euro beziffert. Unklar ist noch, ob der Mann den Automaten in Lollar zerstört hat. Die beiden andere Verdächtigen im Alter von 30 und 44 sitzen bereits in Untersuchungshaft. Das Duo soll für mindestens vier Taten verantwortlich sein und unabhängig von dem 32-Jährigen unterwegs gewesen sein.

Die Anschlagserie ist nach Einschätzung der Ermittler noch nicht vorbei. „Das ist nicht der Letzte. Es gibt Trittbrettfahrer, die auf der Masche reiten“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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