Bewährungsstrafen für Jugend-Gang

Frankfurt - Nach einem Gewaltexzess gegen einen marokkanischen Landsmann sind vier Mitglieder einer Jugend-Gang am Montag in Frankfurt zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Das Landgericht verhängte gegen die zwischen 19 und 22 Jahre alten Männer Haftstrafen von 22 Monaten und zweimal jeweils zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Zusätzlich müssen sie jeweils 1000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer bezahlen. Ein fünfter Marokkaner (15), der abseits der Tat gestanden hatte, wurde freigesprochen. Die bewaffnete Auseinandersetzung ereignete sich im April vergangenen Jahres auf dem Fußgängerplateau Konstablerwache in der Frankfurter Innenstadt.

Erst Streit, dann Verfolgungsjagd

Nachdem die jungen Männer zunächst vor einem Café mit dem späteren Opfer in Streit geraten waren, kam es später zu einer Verfolgungsjagd mit schweren Misshandlungen, Schlägen und Tritten. Schließlich wurde dem Opfer mit einem Küchenmesser tief in den Rücken gestochen. Weil dieser Stich lebensgefährlich war und einen zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte, ging die Anklage ursprünglich von versuchtem Totschlag aus. Den geständigen Angeklagten gelang es jedoch in der mehrwöchigen Beweisaufnahme, die Jugendstrafkammer davon zu überzeugen, dass sie dem Opfer nur eine „Abreibung“ zukommen lassen wollten. Einen wie auch immer gearteten Tötungsvorsatz hätten sie dagegen nicht gehabt. Dadurch sicherten sie sich vor Gericht die Bewährungsstrafen, die auch die Staatsanwaltschaft beantragt hatte.

dpa

Quelle: op-online.de

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