Überstunden und Krankentage

Gewerkschaft beklagt miese Stimmung bei der Polizei

Wiesbaden - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt angesichts des hohen Krankenstands und eines riesigen Überstundenkontos der hessischen Polizei Alarm. „Wir haben ein großes Personalproblem“, sagte GdP-Landeschef Andreas Grün in Wiesbaden.

Es gebe riesige Engpässe und viel zu wenig Regenerationszeiten für die Einsatzkräfte. „Die Stimmung ist so schlecht wie nie“, betonte Grün. Der Krankenstand liege bei durchschnittlich über 28 Tagen pro Bediensteten. Es gebe einen Berg von 3,5 Millionen Überstunden. Grund für die Entwicklung seien die stetig wachsenden Aufgaben für die Polizei. Vor allem die Cyberkriminalität, die Überwachung der Salafisten und Flüchtlingssituation erforderten neben den übrigen Aufgaben immer mehr Raum, erklärte der GdP-Chef. Durch die Flüchtlinge sei Zahl der Delikte im unterschwelligen Bereich gestiegen. Dennoch müsse die Lehre aus den Vorfällen in Köln mit massenhaften Übergriffe auf Frauen sein, dass mehr Einsatzkräfte bei Großveranstaltungen auf der Straße präsent seien.

Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, erklärte, ihre Partei halte die Forderungen nach zusätzlicher Personalausstattung für die hessische Polizei „für richtig und dringend notwendig“ Das Innenministerium verwies darauf, dass bei der Statistik über den Krankenstand der Polizei andere Maßstäbe gelten als bei gesetzlich Versicherten. Bei der Polizei würden bereits alle Fehlzeiten ab dem 1. Kalendertag mit und ohne Attest erfasst. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die Quote in Hessen unauffällig. Hierzulande gab es Ende 2015 genau 13.764 Planstellen im Polizeivollzugsdienst und 545 bei der Wachpolizei.

dpa

Quelle: op-online.de

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