Zwangsstopp für neue Mainbrücke

Gewitterpause im Osthafen

+
Nächtliche Hängepartie: Die neue Autobrücke über den Main in Frankfurt soll heute in ihre endgültige Position gebracht werden.

Frankfurt - Die neue Frankfurter Mainbrücke hat auf dem Weg zu ihrem endgültigen Standort einen Zwangsstopp einlegen müssen. Der Brückenschlag der Osthafenbrücke wurde gestern Abend wegen drohender Gewitter in der Nacht zum Mittwoch gestoppt.

Die Arbeiten seien auf den frühen Mittwochmorgen verschoben worden, sagte Peter Kowalski vom Amt für Straßenbau und Erschließung.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach hatte für Mitternacht schwere Gewitter angekündigt - also genau für den Zeitraum, an dem die Osthafenbrücke auf zwei Pontons frei auf dem Main geschwommen hätte. Wegen des Stopps wurde die Sperre der Mainschiffahrt an dieser Stelle verlängert. Die Brücke wird seit Montag in ihre endgültige Position gebracht, die Arbeiten sollten ursprünglich heute Mittag beendet sein - nun wird es länger dauern.

Brückenschlag in Frankfurt

Drei Tage dauert die Ausrichtung der neuen Mainbrücke. Die richtige Positionierung ist Millimeterarbeit.

Zum Video

Das spektakuläre Brücken-Manöver sollte eigentlich ohne Unterbrechung die ganze Nacht dauern. Stadt und Baufirma hatten aber schon im Vorfeld für etwaige Gewitterstürme vorgesorgt. „Dann müssen wir eine Pause einlegen und die Arbeiter runter von der Brücke“, hatte Susanne Kurzius vom Presse- und Informationsamt gesagt. Sobald der Wind mit mehr als zehn Kilometer pro Stunde bläst, muss die Brücke festgebunden werden, wie Kowalski sagte.

Rund 25 Arbeiter schoben gestern den zweiten Ponton unter die Brücke. Für die Brückenarbeiten war der Main von 5 Uhr an zunächst für 33 Stunden gesperrt worden - bis einschließlich Mittwochnachmittag, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg mitteilte.

Bilder von der neuen Osthafenbrücke

Brückenschlag in Frankfurt

Von der Sperrung war damit die Schifffahrt bis zum Schwarzen Meer betroffen. „Wenn das so lange vorher bekannt ist, kann sich die Schifffahrt aber darauf einstellen“, sagte der Leiter des Amtes, Stephan Momper. Schon im Mai war die Sperrung angekündigt worden. Die Unternehmen nähmen dann in dieser Zeit keine Fahrten an oder führen andere Routen. Auch für Sport-, Ruderboote und Kanus war der Main dicht.

Die 175 Meter lange Brücke ist aber erst in rund einem Jahr befahrbar. Sie verbindet das Südufer in Frankfurt mit dem Molenkopf des Osthafens. Von dort führt die Honsellbrücke, die gerade saniert wird, am neuen Hafenpark und dem Neubau der Europäischen Zentralbank in den Osten der Stadt. Prognosen zufolge werden künftig 17.000 Autos am Tag über die von Ferdinand Heide entworfene Brücke rollen.

Arbeiten an der neuen Main-Brücke fortgesetzt

Die Arbeiten an der neuen Main-Brücke sind am Mittwochmorgen in Frankfurt fortgesetzt worden. In der Nacht wurden weitere Schweißnähte gezogen und der zweite Ponton noch einmal umgebaut, berichtete Peter Kowalski. Das Ziel sei nach wie vor, die Brücke heute an ihre endgültige Position zu bringen. „Wenn alles gut läuft, ist das heute Abend spätestens um 20 Uhr geschafft. Dann wären wir bei einer Verspätung von sechs bis acht Stunden“, sagte Kowalski.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare