Weitere Unterkünfte gesucht

Flüchtlingslager in Gießen überfüllt

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Gießen  - 12.700 Asylbewerber erwartet das hessische Sozialministerium für dieses Jahr. In Gießen ist die Erstaufnahmeeinrichtung bereits jetzt überfüllt.

Schlafen im Speisesaal: Die weiter steigende Zahl von Flüchtlingen bringt die Unterkünfte im Land an ihre Grenzen. In der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung  für Flüchtlinge  leben derzeit rund 1500 Menschen - so viel wie noch nie in diesem Jahr, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen  mitteilte.

Seit Januar zählte die Behörde mehr als 9000 Ankömmlinge. Und die Monate mit den erfahrungsgemäß meisten Asylsuchenden stehen demnach noch bevor: August bis November. "Es ist eine ganz schwierige Situation", sagte Regierungspräsident Lars Witteck  (CDU). Die Einrichtung ist überbelegt, Notquartiere müssen auch in Gemeinschaftsräumen eingerichtet werden. Zelte seien keine akzeptable Option, sagte Witteck.

„Alles mit Betten vollgestellt“

Platz ist in Gießen für maximal 479 Menschen. Hinzu kommt eine Außenstellen in ehemaligen Unterkünften der US-Armee am Rand der mittelhessischen Stadt mit rund 1200 Plätzen, von denen nach einem Brand derzeit aber nur etwa die Hälfte genutzt werden können. Eine weitere Außenstelle gibt es in Bad Arolsen mit Raum für 70 Menschen. Das reicht aber nicht: "Wir nutzen jede Ecke im Moment, wir haben alles mit Betten vollgestellt", sagte die Leiterin der Erstaufnahmeeinrichtung, Elke Weppler.

Nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden nahm das Land im vergangenen Jahr fast 8700 Flüchtlinge auf. Für 2014 erwartet es mindestens 12.700 Asylbewerber. Weitere Unterkünfte für die hessische Erstaufnahmeeinrichtung werden daher gesucht. Aus Sicht der Linken-Fraktion im Landtag tut die schwarz-grüne Regierung aber zu wenig für eine angemessene Unterbringung der Asylbewerber.

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Die Gießener Erstaufnahmeeinrichtung ist für Flüchtlinge die erste Anlaufstelle in Hessen. Dort bleiben sie so lange, etwa zwei bis vier Wochen, bis sie auf Unterkünfte in den Städten und Gemeinden verteilt werden oder in andere Bundesländer kommen.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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