Lärmschutz für A661

Gigantische Kosten für Ruhe

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Die Seckbacher Talbrücke

Frankfurt - Der insbesondere vom Lärm der A661 geplagte Frankfurter Osten sucht die Ruhe - doch das wird teuer. Von Michael Eschenauer

Die kürzlich von Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) ins Gespräch gebrachte Volleinhausung der A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße kostet 120 bis 145 Millionen Euro. Hier war auch von einem neuen Wohngebiet für bis zu 10.000 Menschen die Rede, für die rund um die lärmgedämmte und unter einem begrünten Deckel verschwundene Autobahn Wohnungen und Parks angelegt werden könnten.

Doch was wird aus dem nicht minder lärmintensiven folgenden Abschnitt der A661 zwischen der Talbrücke Seckbach und dem Autobahndreieck Erlenbruch? Seit kurzem liegt der Stadt Frankfurt die Analyse des Büros Grontmij vor. Sie wurde jetzt dem Verkehrsausschuss der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vorgestellt und geht davon aus, dass eine Einhausung in diesem südlichen Bereich 140 Millionen Euro kosten würde.

Bau würde zweieinhalb Jahre dauern

Der Deckel über der Autobahn würde bis zur Anbindung der A66 reichen, die etwa in Höhe des FSV-Stadions an den östlichen Autobahnring der A661 angekoppelt wird. Der Betrag von 140 Millionen Euro umfasst sogar das Teilstück der A66 zwischen dem Ausgang des Riederwaldtunnels und dem Autobahndreieck. Der Bau würde knapp zweieinhalb Jahre dauern. Danach wäre es ruhig im Frankfurter Osten. Denn die Verlängerung der von Osten kommenden A66 durch einen Tunnel soll ebenfalls realisiert werden, der erste Spatenstich ist für das Jahre 2015 vorgesehen.

Probleme bereitet neben den gigantischen Kosten, bei denen völlig unklar ist, wer sie bezahlt, das Planungsrecht. So würden die völlig eingepackte A661 und der dazugehörige Riederwaldtunnel als völlig neues Bauwerk bewertet, dessen Sicherheitstechnik in Bezug auf die Belüftung neu geplant und dessen Baugenehmigung auf neue Füße gestellt werden müssten. Der entstehende Tunnel wäre immerhin drei Kilometer lang. Auch der im Norden geplante Abschnitt mit der städtebaulichen Komponente würde teurer.

Kaum Platz für neue Siedlungen

Eine Alternative, die die Stadt Frankfurt ebenfalls hat durchrechnen lassen, ist der Ersatz der Einhausung zwischen Dreieck Erlenbruch und Tunnelende durch normale Lärmschutzwände, während die Volleinhausung des Abschnitts zwischen Talbrücke und Autobahndreieck beibehalten wird. Hier würden sich die Kosten auf 100 Millionen Euro reduzieren.

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Platz für neue Siedlungen entstünde kaum im südlichen Planungsbereich. Dies verschlechtert auch die Einnahmemöglichkeiten durch den Grundstücksverkauf.

Insgesamt bewerten Beobachter die Realisierungschancen des gigantischen Projekts zurückhaltend, weil wohl weder die Stadt Frankfurt noch der Bund so viel Geld aufbringen werden. Die CDU signalisierte , dass es die große Lösung der kompletten Einhausung ab Tunnelende mit ihr nicht geben werde. Auch Cunitz rechnet nicht mit einfachen Verhandlungen bei der Mittelbeschaffung. Die Straßenverwaltung Hessenmobil plant für den südlichen Abschnitt bisher nur mit mit Lärmschutzwänden.

Quelle: op-online.de

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